Bibliothek: Ampel gibt grünes Licht

Bibliothek: Ampel gibt grünes Licht

Die Ratsmehrheit und die Linke winkt den Neubau durch — unter heftiger Kritik der Opposition.

Mönchengladbach. Begleitet von scharfer Kritik der Opposition wie CDU und Freier Wählergemeinschaft (FWG) hat die Ampel-Mehrheit mit SPD, FDP und Bündnis-Grünen am Donnerstagabend das umstrittene Millionen-Projekt „Neubau der Zentralbibliothek“ im Stadt-Kulturausschuss durchgewinkt. Auch die Linke stimmte für das Projekt.

Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag, die jetzige Zentrale an der Blücherstraße zu sanieren und sie in die „Bibliothek mit Zukunft“ auszubauen. Bis auf den erklärten Willen der Ampel, für die marode Blücherstraße eine moderne Mediathek an anderer Stelle zu bauen, ist vieles an dem seit Jahren diskutierten Vorhaben unklar.

Folglich beschloss die Ampel einen mehrere Punkte fassenden Prüfauftrag. Er reicht von den eigentlichen Kosten über die Raumplanung bis hin zu der Frage, ob die Stadt bauen, kaufen oder das neue Haus mieten soll. All diese Fragen soll Stadt-Kulturdezernent Gert Fischer (CDU) im Stadtrat am 13. März beantworten. Dann will wiederum die Ampel das Groß-Projekt auf die Baustelle bringen.

Im Grunde hat Dezernent Fischer schon einige Hausaufgaben in Sachen Neu-Bücherei gemacht, die allerdings reichten der Ampel nicht aus. Sie hat nach heftigem internen Streit Eckdaten formuliert. So soll die Neue maximal 4700 Quadratmeter groß sein, die Baukosten sollen zudem 2500 Euro/Quadratmeter nicht übersteigen. Außerdem will man zusätzliche Gewerbeflächen (2500 Quadratmeter) mit anbauen - etwa für ein Café, eine Buchhandlung oder etwas, das zur Zentral-Bibliothek/Mediathek passt.

Die Stadtfirma EWWG hat bereits das Grundstück „Hotel Oberstadt“ im Bereich Hindenburgstraße 20-22/Krichelstraße 3 gekauft. Für die rund 450 City-Quadratmeter nahe dem Museum Abteiberg musste sie mehr als 500 000 Euro hinblättern, weil „plötzlich“ die Baufirma Jessen der CDU-nahen Gebrüder Bücker mitbot. Und den Preis nach oben trieb. Ampel-Vertreter erklärten, dieser Standort sei ideal für die „Bibliothek des 21. Jahrhunderts“. Hierfür hat sie Planungskosten von 1,7 Millionen Euro bereit gestellt. Planen soll die Zentrale wohl ein externes Büro.

Während die Grünen den Neubau mit aller Macht durchsetzen wollen, lässt sich die SPD ein Hintertürchen offen. Ratsherr Uli Elsen sagte: „Wenn wir feststellen, dass die neue Bibliothek nicht finanzierbar ist, dann lassen wir das mit dem Neubau.“

Die CDU argumentiert, bislang hätten weder OB Norbert Bude (SPD) noch die Ampel seriös vermittelt, dass eine Sanierung plus Anbau Blücherstraße unwirtschaftlicher sei als ein Neubau an anderer Stelle. Sie meint, angesichts der schlechten Kassenlage der Stadt seien Sanierung/Anbau im Bereich Blücherstraße kostengünstiger. Sie bat Bude um detaillierte Angaben. So oder so muss etwas passieren. Spätestens 2016 muss die Bücherei- Zentrale Blücherstraße geschlossen werden. Sie ist allein schon wegen mangelhaften Brandschutzes ein Sicherheitsrisiko.

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