Bahnstraßen-Sanierung wird für Anwohner teuerer

Aus den ursprünglich geplanten 265 000 Euro Baukosten wurden 423 000 Euro.

Bahnstraßen-Sanierung wird für Anwohner teuerer
Foto: Ilgner

Mönchengladbach. Färberstraße, Rasseln, Stapper Weg, Einruhrstraße — immer da, wo Straßen umgebaut, Kanalisation verlegt und Bäume gefällt werden, bittet die Stadt die Anlieger zur Kasse. Und in schöner Regelmäßigkeit gibt es Ärger, dem in Bürgerinformationsveranstaltungen in der Regel Luft gemacht wird.

Auch vor Gericht landen die Auseinandersetzungen schon mal. In Holt sind an der Bahnstraße zwischen der Einmündung Engelsholt und der Monschauer Straße Bäume gefällt, gravierende Schäden im Gehweg beseitigt und eine Bushaltestelle eingerichtet worden.

Die Straßenbaumaßnahme war von der Stadt schon vor zwei Jahren angekündigt und der Bezirksvertretung West vorgestellt worden. Später wurden die erheblichen Mehrkosten bekanntgegeben. Wer oder was diese verursachte, erklärt Stadtsprecher Wolfgang Speen: „60 000 Euro hat alleine das extrem aufwendige Entfernen des Wurzelwerks der alten Bäume gekostet“, sagte er. „Die mussten einzeln und von Hand entfernt werden.“

Wie Kletten hatten sie sämtliche Versorgungsleitungen eng umschlungen. Aber auch ohne diese Mehrkosten sei schon kurz nach der Ausschreibung klar gewesen, dass die Gesamtsumme, die im Vorentwurf errechnet worden war, nicht gehalten werden könne. „Die Berechnungen der Bewerberfirmen lagen deutlich über denen des zuständigen Fachbereichs.“

Zunächst hatte die Stadt offengelassen, ob die Kosten für das Fällen der Bäume und das Entfernen der Wurzeln umgelegt werden sollte. Die Entscheidung fiel zuungunsten der Anwohner. Dann überraschte vor wenigen Tagen eine Presseerklärung der CDU.

Darin teilte Markus Heynckes, CDU-Ratsherr für den Wahlkreis Holt mit: „Die Kosten der Baumfällungen werden vollständig von der Stadt getragen.“ Lediglich die Verbesserungen, die durch die Umbaumaßnahme entstanden sind, könnten auf die Anwohner anteilig umgelegt werden. Die Junge Union kritisierte gar, dass die Anwohner überhaupt an den Kosten beteiligt würden. Schließlich seien die Anwohner dieser vielbefahrenen Straße durch Lärm und Schmutz genug belastet.

Die Stadt hat sich jetzt deutlich positioniert. Die Gesamtkosten von 423 000 Euro werden auf die Anwohner des Straßenabschnitts zwischen Monschauer Straße und Engelsholt umgelegt. Ohne Wenn und Aber. Das will aber der Bezirksvorsteher von Mönchengladbach West, Arno Öllers (CDU), so nicht stehenlassen.

„Ich finde nicht, dass die Leute die Mehrkosten tragen müssen, die andere verursacht haben. Bei der Pflanzung der Alleebäume hätte man achtsamer sein müssen“, meint er. „Es gibt Bäume, die nicht so stark wurzeln.“ Er will sich für die Anwohner einsetzen. „Ich kämpfe für deren Recht.“

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