Auszeit vom Alltag für Mütter und Kinder

Auszeit vom Alltag für Mütter und Kinder

Das Katholische Forum macht ein besonderes Angebot für Alleinerziehende.

Mönchengladbach. Zu Anfang haben sie sich noch hinter ihren Müttern versteckt. „Zumindest die kleineren Kinder“, sagt Brigitte Maas, die im vergangenen Jahr die „Auszeit vom Alltag“ organisiert hat. Das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg bot neun Alleinerziehenden und ihren 18 Kindern eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Bildungswoche. Zwei Betreuer kümmerten sich um die Kinder, Maas und Konny Baumeister um die Mütter.

Dieses Angebot besteht auch in diesem Jahr. Diesmal geht es in die Eifel, an den Rursee bei Nideggen. „Da haben wir die gleichen Bedingungen wie im vergangenen Jahr: Eine Jugendherberge, in der jede Familie ihr eigenes Zimmer mit Bad bekommt“, sagt Baumeister.

Es gibt Zeit zum Rückzug und viel Gemeinschaft. „Beim letzten Mal wussten die 17-Jährigen anfangs nicht, was sie mit den Sechsjährigen anfangen sollten“, erinnert sich Baumeister. Zum Schluss waren sie unzertrennlich.

Nicole Holst-Lindner, die im letzten Jahr mit ihren drei Kindern dabei war, darf dieses Jahr nicht mehr. „Die wollen jetzt alleine Urlaub machen.“ Aber die Freizeit hat viel verändert in ihrem Leben. „Morgens, nach dem gemeinsamen Spielkreis mit den Kindern, haben wir Mütter uns zusammengesetzt.“ Unter Anleitung von Baumeister und Maas, wurden Fragen aufgeworfen, die für Alleinerziehende von existenzieller Bedeutung sind. „Es ging um Geld, um Erziehung, um Lebensplanung, um eventuelle neue Partnerschaften“, berichtet Maas.

„Dinge, über die ich im Alltag bei der Belastung nicht nachdenken konnte“, sagt Holst-Lindner. Damit kam einiges in Gang. Mit dem neu gewonnenen Bewusstsein hat sie konsequent das Netzwerk zu den anderen Frauen ausgebaut und gepflegt und inzwischen dadurch einen neuen Partner gefunden.

Und auch ihr achtjähriger Sohn, der noch beim Abschied von seiner neu gewonnen Freundin geweint hat, hat anschließend mit Freude bemerkt, dass sie nur zwei Kilometer entfernt wohnt.

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