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Ausnahmezustand in gleich drei Stadtteilen

Ausnahmezustand in gleich drei Stadtteilen

Morgen öffnen die Geschäfte in der Gladbacher City, Rheydt und Rheindahlen.

Kalt soll es werden, vielleicht gibt es sogar Schnee. Gute Voraussetzungen also, um am Wochenende über den Weihnachtsmarkt zu bummeln und in den Geschäften nach Geschenken Ausschau zu halten. Vielen Gladbachern wird es an diesem zweiten Adventssonntag schwerfallen, sich zu entscheiden. Denn die Läden haben in Gladbach, Rheydt und Rheindahlen geöffnet. In Rheindahlen ist zudem Nikolausmarkt. „Diese Kombination findet Ute von Eichborn vom Rheindahlener Gewerbekreis gut. „Aber es ist nicht in Ordnung, dass wir an drei Stellen in der Stadt am Sonntag geöffnet haben.“ Sie rechnet mit etwa 5000 Besuchern im Ort. Insgesamt erwarten die Veranstalter um die 70 000 Besucher.

Der Einzelhandel rechnet mit vollen Geschäften an den kommenden beiden Wochenenden. „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Geschenke immer kürzer vor Weihnachten gekauft werden. Da Heiligabend in diesem Jahr auf das letzte Adventswochenende fällt, könnte dies eine stärkere Verteilung auf die vorherigen Wochenenden begünstigen“, sagt Jan Kaiser, Geschäftsführer des Handelsverbands in Mönchengladbach. Er betont, die verkaufsoffenen Sonntage in der Adventszeit gehörten zu den wichtigsten Sonntagsöffnungen für Händler und Kunden. In den meisten Fällen sei es aber sinnvoller, verkaufsoffene Sonntage getrennt voneinander abzuhalten. „In jedem Fall kann ich nur dazu raten sich vorher mit den anderen Werbegemeinschaften abzustimmen.“

Christoph Hartleb, Vorsitzender des Citymanagements in Rheydt, gibt zu: „Es ist unglücklich, dass in drei Stadtteilen die Geschäfte an einem Sonntag geöffnet sind.“ Hartleb führt das auf die in diesem Jahr verkürzte Adventszeit zurück. Eduard Felzen, zweiter Vorsitzender des Citymanagements Gladbach, wird deutlicher: „Es gibt die Absprache, dass die City am zweiten Adventssonntag und Rheydt am dritten verkaufsoffen hat.“ Dass es in diesem Jahr anders ist, sei unangenehm. Stefan Wimmers, Vorsitzender des Gladbacher Citymanagements, verweist noch auf einen anderen Umstand. „Die Planung wurde durch die Tour de France durcheinandergeworfen.“ Allerdings hoffe man in der City auch auf viele Besucher aus dem Umland. Dass in Rheindahlen die Geschäfte offen sind, ist für Felzen eher Nebensache: „Rheindahlen und der Nikolausmarkt ziehen ein anderes Publikum an.“

Gleichwohl gehen Felzen und Wimmers von einem erfolgreichen Sonntag in der City mit bis zu 45 000 Besuchern aus. „Die Weihnachtsmärkte auf der Hindenburgstraße und das Weihnachtsdorf locken an jedem normalen Sonntag schon zehntausende Besucher in die Stadt“, sagt Felzen, „und dazu kommen die offenen Geschäfte und das Musikprogramm.“ Es treten die „Casanova Jazz Band“, der Osterather Musikverein und die Groove-Bigband auf, dazu gibt es eine Lasershow.

In Rheydt rechnet das Citymanagement wie 2016 mit 18 000 Besuchern „Vielleicht kommen aber auch etwas weniger, schließlich können sich die Leute nicht dreiteilen“, sagt Hartleb. Für die, die kommen, gebe es ein Programm unter anderem mit drei Big Bands, dazu eine Kutschfahrt für Kinder und Eltern und als Höhepunkt das Konzert der Rockband Eight-Wheel-Drive auf dem Marktplatz.