Arcaden: Ein Platz, viele Meinungen

Arcaden: Ein Platz, viele Meinungen

Die Fläche vor den Arcaden soll neu gestaltet werden. Bei der Bürgerbeteiligung schlug den Planern Unmut entgegen.

Mönchengladbach. Es ist die wahrscheinlich früheste Bürgerbeteiligung, die es bei einer Planung in Mönchengladbach jemals gegeben hat. Und doch wurden die Organisatoren dafür zunächst nicht belohnt. Beim Thema „Umgestaltung des Sonnenhausplatzes“ pfiff den Gestaltern auf der Bühne des Jugendzentrums Step am Donnerstagabend zunächst der Wind um die Ohren.

Von „Alibiveranstaltung“ sprachen Zuhörer, von zu viel Orientierung am Konsum und bedenklicher Verkehrsplanung redeten einige der rund 150 Bürger. Sie waren gekommen, um sich über den geplanten Architekten-Wettbewerb auf dem Areal zwischen dem zukünftigen Eingang des Einkaufszentrums „Mönchengladbach Arcaden“ an der Hindenburgstraße, dem Sonnenhaus, dem Step, der Rückseite des Haus Berggarten (VHS) und dem Haus Erholung zu informieren, das den kompletten Hans-Jonas-Park mit einschließt.

Architektur-, Landschaftsplanungs- und Stadtplanungs-Büros sind aufgerufen, sich etwas einfallen zu lassen, wie Platz-, Straßen- und Grünflächen aussehen könnten. Aus den Ergebnissen wollen die Stadtplaner schöpfen. Zuvor wollten Vertreter der Stadt als Ausloberin des Wettbewerbs und der Betreuer dieses Projekts, der Architekt Christian Jürgensmann, jedoch Anregungen, Wünsche und Sorgen der Bürger rund um die Umgestaltung der 11 000 Quadratmeter großen Fläche hören. Doch zunächst gab es Schimpfkanonaden. Manche der Besucher fühlten sich getäuscht.

Das größte Problem: der Masterplan. „Wie soll sich ein Kreativbüro ernsthaft Gedanken machen, wenn nicht klar ist, ob es ein sechsgeschossiges Gebäude auf der Fläche geben wird?“, wetterte einer der Zuhörer. Gemeint ist ein im vom Verein MG 3.0 erarbeiteten Masterplan festgehaltener Komplex gegenüber vom Sonnenhaus, am Fuß des Abteibergs, neben dem Step. Immer wieder betonten die Veranstalter, dass es dafür keinen Bebauungsplan gibt.

Gegenüber der WZ sagte Stadtplaner Torsten Stamm, dass es sich beim Masterplan um „einen Diskussionsbeitrag“ handele. Er könne sich nicht vorstellen, dass man die Einzigartigkeit des Platzes „mit einem Gebäude verstellen wird“. „So schön kann das Gebäude gar nicht sein“. Das Besondere an dem Platz sei die Verbindung der Fußgängerzone mit einem Park. So etwas gebe es sehr selten in Deutschland.

Die Beiträge, Wünsche und Ideen der Bürger kanalisierten sich dann am Ende doch, wie geplant, in Form von gelben Zetteln an Stellwänden zu Themen wie Verkehrswegen, Attraktionen, Ausstattung. Aus rund 180 Anregungen können die Wettbewerbs-Teilnehmer demnächst schöpfen.

„In der Breite und Tiefe hätten wir als Stadtplaner uns das selbst nicht ausdenken können“, urteilte Stamm. Für Wettbewerber werde es ein „Balance-Akt des Gestaltens auf der einen Seite und des Raumlassens auf der anderen Seite“. Außengastronomie, Sportmöglichkeiten oder sogar Tanzflächen regten die Bürger an. „Es wird die Kunst sein, das auf einem beschränkten Platz zu bieten“, so Stamm.

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