Aktenzeichen XY... ungelöst: Wer ist Beatrices Mörder?

Aktenzeichen XY... ungelöst: Wer ist Beatrices Mörder?

Fast 20 Jahre nach der Ermordung der jungen Studentin wird der Fall noch einmal aufgerollt.

Rheydt. ZDF-Moderator Rudi Cerne und Gladbachs Kripo-Mann Ingo Thiel besprachen am Dienstag (4.8.) im Fernsehstudio in Unterföhring bei München einen Fall, der vor knapp 20 Jahren in Gladbach Entsetzen wie Aufsehen auslöste.

Beim Joggen im Bresgespark wurde die damals 25 Jahre alte Beatrice Jaekel brutal ermordet. Das Gericht ließ den Tatverdächtigen, Heiko P. (30), frei. Wegen polizeilicher Pannen konnte ihm die Staatsanwaltschaft nichts anhaben.

In Cernes "Aktenzeichen XY...ungelöst" wird das schreckliche Verbrechen noch einmal Hauptthema sein. Das ZDF habe der Gladbacher Polizei mitgeteilt, über den Fall Jaekel berichten zu wollen, sagt ein Polizeisprecher. Thiel, Leiter der Mordkommission und mit dem ungeklärten Verbrechen betraut, erhofft sich neue Hinweise bei der Suche nach dem Mörder.

Die Rheydter Eltern und Angehörigen des jungen Opfers sind laut Polizei einverstanden, dass die Ermittlungen neu aufgenommen werden. Ein Teil der Belohnung von 7500 Euro, die für erfolgreiche Hinweise bereit gestellt wurden, stammen von der Familie Jaekel.

Rückblick: Es ist Mittwoch, 20. Dezember 1989. Drei Joggerinnen hören um 18.05 Uhr einen "fürchterlichen Schrei". Erst am Freitagmorgen wird die tote Beatrice 200 Meter vom Stockholtweg entfernt entdeckt.

Ihre Leiche liegt im Gebüsch unter Ästen, Laub und Moos. Ihr Unterkörper ist nackt, die Hose liegt einige Meter weiter. Nach der Obduktion steht fest: Die Studentin starb durch Erdrosseln, ein Sexualdelikt liegt nicht vor. Beatrice, sagt ihr verzweifelter Freund, lief fast täglich ihre Runden durch den Park. Am 20. Dezember begegnet sie ihrem Mörder.

Den will die Staatsanwaltschaft in Heiko P. gefunden haben. Es kommt zur Anklage. Und zum Freispruch. Ein Fasergutachten entlastet 1989 den 30-Jährigen. Schwerwiegend ist zudem die Kritik eines Gutachters des Landeskriminalamtes.

Die Gladbacher Beamten hätten bei der Besichtigung des Tatortes keine Schutzanzüge getragen, trotz des Regens kein Zelt aufgebaut - so seien wertvolle Spuren verändert oder vernichtet worden.

Der damalige Polizeispräsident Alfons Classen äußert sich nicht zu den schweren Vorwürfen.

Die Polizei erhofft sich jetzt neue Hinweise. Auch von einer Spaziergängerin, die seinerzeit mit einem etwa sieben Jahre alten Mädchen im Bresgespark unterwegs war. Tel. MG 290.