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Abschiedsschmerz bei den Funken

Abschiedsschmerz bei den Funken

Zum letzten Mal führte Urgestein Hans Schaefer als Präsident durch den Garnisonsabend der Gelb-Blauen Funken.

Er genießt absoluten Kultstatus im Mönchengladbacher Karneval und weit darüber hinaus. Wenn er auf der Bühne steht und die Menschen im Saal mit „Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Karnevalsfreunde“„auf das Herzlichste“ begrüßt, bekommt er schon dafür Applaus. Hans Schaefer ist ein närrisches Urgestein. Für seine herzliche und gleichsam humorvolle Art lieben ihn die Karnevalisten. Beim Garnisonsabend der Gelb-Blauen Funken in der ausverkauften Eickener Mehrzweckhalle verabschiedete er sich nun. Nach 18 Jahren Präsidentschaft geht er in den karnevalistischen Ruhestand. Zwar bot der Garnisonsabend viele Höhepunkte, doch in Wahrheit war es der Abend von Hans Schaefer.

„Menschen wie ihn brauchen wir in dieser Stadt“, lobte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners den Präsidenten, der nun Ehrenmitglied ist. Ihm zu Ehren gestalteten die Funken fast eine Stunde Programm aus den eigenen Reihen. Neben der Regimentskapelle, die bekannte Hits spielte, standen die Tanzgarden auf der Bühne. Vor allem die fünf Minis bezauberten das Publikum. Die mittlere Garde zeigte ihren neuen Tanz, die Regimentstöchter konnten brillieren. Sandra Schmetz stand als Solomariechen ebenfalls zum letzten Mal bei einem Garnisonsabend auf der Bühne. Nach 13 Jahren Tanz hört sie am Ende der Session auf.

Die Alsdorfer Geschwister Lena und Niklas sorgten für die ersten Lacher des Abends. „Unsere Nachbarin hat einen neuen Chihuahua. Er heißt Brutus-Pascal. Bei Sturm wird er an zwei Leinen ausgeführt. So kann man ihn im Wind besser halten“, erzählte Lena. Die Aachener Prinzengarde Brander Stiere brachte unter anderem ihr Solomariechen Charlotte Terkatz mit, die einen beeindruckenden Tanz zeigte. Hastenraths Will erzählte anschließend vom Leben in seinem Dorf und bemerkte: „Der Reiners ist schon gegangen, damit er nachher dem Bude nicht über den Weg läuft.“

Die Tanzgruppe „Himmlisch Jeck“ der Kerpener KG Gemütlichkeit sorgte vor der Bühne für den Höhepunkt des Abends. Die Mariechen wurden in vier Tänzen bis unter die Hallendecke geworfen und zeigten Akrobatik vom Feinsten. Bevor sie wieder auszogen, hieß es jedoch: „Flugstunde mit Sandra“. Als Zugabe holte sich die Gruppe Sandra Schmetz in ihre Reihen und warfen sie in luftige Höhen. Beim Auftritt von Ruud Koedooder wurde die Halle komplett abgedunkelt. Der Künstler zeigte eine Lichtshow, bei der er nur durch illuminierte Umrisse auf der Bühne zu erkennen war.

Als das Prinzenpaar mit einem ausgelassenen Großaufgebot der Großen Rheydter Prinzengarde in die Halle zog, war es für Prinz Norbert I. die Heimkehr an alte Wirkungsstätte. „Zehn Jahre wart ihr meine Garde“, erinnerte sich der Prinz. Niersia Barbara versprach, in der nächsten Session hin und wieder eine gelb-blaue Uniform zu tragen. Auf Wunsch von Hans Schaefer sangen die Tollitäten „Wenn du nit danze kanns“, und Hofstaat und Garde rockten ordentlich mit. Mit stehenden Applaus verabschiedete das Publikum später Hans Schaefer.