12. 12. 2012: Ringe tauschen im 20 Minuten-Takt

12. 12. 2012: Ringe tauschen im 20 Minuten-Takt

45 Paare gaben sich am Mittwoch das Ja-Wort und im Standesamt die Klinke in die Hand.

Mönchengladbach. Das muss wahre Liebe sein. Der Bräutigam hätte seiner Braut viel lieber im Sommer das Ja-Wort gegeben: „Aber sie wollte unbedingt am 12.12. heiraten“, sagt Uwe Krißun. So stimmt er vor sechs Monaten dem Wunsch seiner Zukünftigen zu und buchte den Termin: „Das Datum kann ich mir auf jeden Fall immer gut merken“, glaubt Uwe Krißun.

Für seine Braut hat die „Schnapszahl“ Symbolcharakter: „Nach Höhen und Tiefen in unserer Beziehung trauen wir uns im verflixten siebten Jahr“, sagt Monika Spannaus, die in wenigen Minuten den Namen ihres Partners annehmen wird.

Ein kleines Problem gibt es noch. Ringe und Gäste sind da, doch vor lauter Aufregung hat das Brautpaar sein Familienstammbuch zu Hause liegen lassen. Ihre Standesbeamtin sieht das ganz gelassen und winkt Familie Krißun ins Trauzimmer.

Für die Stadtangestellte ist heute ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag im Rathaus Abtei: „Ich mache das seit 30 Jahren. An manchem Freitag ist genauso viel Andrang wie heute“, erzählt die Standesbeamtin.

45 Paare geben sich an diesem 12.12.2012 im Rathaus Abtei und Rathaus Rheydt das Ja-Wort. Die Standesbeamten sind von 9 bis 16 Uhr im Dauereinsatz. Alle 20 Minuten streift sich ein Paar die Ringe über.

„Sehr romantisch“, findet Patrycja Spolnicki ihr Hochzeitsdatum: „Unsere Hochzeit haben Marek und ich sowieso für dieses Jahr geplant“, erzählt die Frischvermählte. Eher spontan entstand die Idee, sich am 12.12. zu trauen: „Es ist ein so schönes Datum, dass wir uns immer gut merken können“, schwärmt die Braut mit glücklichem Lächeln.

Für Maik und Ramona Lemmer stand fest — ihr Hochzeitstag musste etwas Außergewöhnliches sein: „Wir mögen das Besondere, deshalb passt das besondere Datum so gut zu uns“, erzählt der Bräutigam und ergänzt: „Außerdem ist heute der Geburtstag meiner Mutter.“ Seine Braut legt mit zärtlichem Blick den Kopf an die Schulter ihres Zukünftigen: „Es ist so schön, dass wir eine Schnapszahl zu unserem Hochzeitstermin machen konnten. Immerhin ist das so bald nicht mehr möglich“, findet Ramona.

Gegen 16.50 Uhr stiegen Luftballons aus dem Innenhof des Rathaus Abtei auf. An jedem baumelte ein guter Wunsch, für das letzte Brautpaar des Tages.