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Leichlingen Dürre treibt Landwirte um - Böden brauchen Regen

Trockenheit : Landwirte hoffen auf ein Ende der Trockenheit

Im April hat es zu wenig geregnet. Pflanzen und Boden leiden.

Die Kartoffeln sind vielerorts schon in der Erde, die Zuckerrüben ebenso. Im Moment bereiten die Landwirte wie Bernd Hielscher in Leichlingen die Mais-Aussaat und den ersten Grasschnitt vor – und wünschen sich dringend Regen. Denn bislang ist der April viel zu trocken. Seit Wochen gab es keinen richtigen Niederschlag.

Der Monat ist schon zu zwei Dritteln vorbei und bisher sei viel weniger Niederschlag als üblich gefallen, erklärt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „In der ersten April-Hälfte fielen im Mittel in Nordrhein-Westfalen nur knapp vier Prozent der sonst im ganzen Monat typischen Menge“, teilt er mit. „Nun hat der Monat noch einige Tage, aber wir gehen davon aus, dass der April im Vergleich tatsächlich ein extrem trockener wird.“

Bernd Hielschers Traktoren wirbeln gehörig Staub auf, wenn sie über die Felder fahren. Das Futter für seine 210 Milchkühe plus die Nachzucht baut er selbst an. 144 Hektar bewirtschaftet er — überwiegend mit Mais und Gras. Die bange Frage, die er sich stellt: Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat, und wann mäht er den ersten Schnitt? Aufgrund des fehlenden Regens ist das Gras noch nicht hoch genug.

Die oberen zehn Zentimeter Boden sind wie Beton

Für den Mais seien die Felder vorbereitet. Sollte sich die Regen-Vorhersage für die kommende Woche bestätigen, würde Hielscher zum Wochenende den ersten Mais sähen. „Ich gehe auch davon aus, dass einige sicherheitshalber erste Ecken mähen, auch wenn das Gras noch ein, zwei Wochen bräuchte“, sagt Bernd Sesterhenn, Vorsitzender der Ortsbauernschaft. „Das ist eine Gratwanderung. Auf der einen Seite bräuchten wir Wasser, aber tagelanger Dauerregen kann Einfluss auf die Futter-Qualität nehmen.“

Die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit. „Die oberen zehn Zentimeter Boden sind wie Beton, da sind Spalten entstanden, in die kann man Kugelschreiber reinstecken“, verdeutlicht Sesterhenn. Seine Tulpen hätten auf den Feldern ebenfalls gelitten. „Die sind nicht so hoch wie sonst. Die kommen aus der Erde, und durch die Sonne geht direkt die Blüte auf.“ Ähnliches berichtet Silvia Pallenberg, zugleich stellvertretende CDU-Ratsfraktionsvorsitzende. Sie baut unter anderem Kartoffeln an. „Die Samen kommen zwar aus dem Boden, aber sie brauchen zum Wachsen dringend Wasser.“

Gerade jetzt im Frühling, wenn das Wachstum der Vegetation sehr aktiv ist, wirkt sich eine Trockenphase besonders stark aus. Landwirte berichten vermehrt von Stress-Symptomen bei Pflanzen. So rollt das austreibende Getreide schon seine Blätter ein. Den Pflanzen fehlt Feuchtigkeit. Gleichzeitig verliert die Vegetation bei hohen Temperaturen, starker Sonneneinstrahlung, Wind und geringer Luftfeuchtigkeit viel Wasser durch Verdunstung.

Durch den im Vergleich sehr nassen Februar hätten die Böden gerade in den tieferen Schichten zwar genügend Feuchtigkeit gespeichert. Die obere Erdschicht indes habe gelitten. Die Böden, egal ob Acker oder Grünland, sind oberflächlich ausgetrocknet. „Wenn die Trockenheit anhält, kann das zu einem Problem werden. Ich habe die Sorge, dass sich die Dürre der letzten zwei Jahre wiederholen könnte“, sagt Pallenberg. „Zwei Tage Landregen wären schön, dann sähe die Natur anders aus, und wir hätten nicht so viel Staub“, fügt Sesterhenn an.