1. NRW

Langenfeld: So will der Kreis die Hotels retten

Tourismus in der Region ankurbeln : Kreisaktion unterstützt Hotels

Landrat Thomas Hendele hat mit dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga  in Langenfeld das Reisepaket „Neanderland Quickies“  vorgestellt. Beteiligt sind 21 Gastgeber aus dem Kreis Mettmann.

Die Hoteliers in der Region haben wegen der Corona-Pandemie eine lange Durststrecke hinter sich. Endlich dürfen sie wieder öffnen. Doch die Unsicherheit bleibt. „40 Prozent von ihnen bangen um ihre Existenz“, sagt Frank Lohmann, Dehoga-Vorsitzender des Kreises Mettmann und Inhaber des Romantik-Hotels Gravenberg in Langenfeld. „Die Häuser sind noch lange nicht voll.“ Isabel Hausmann, stellvertretende Dehoga-Geschäftsführerin Nordrhein fügt hinzu: „19 Prozent der Hoteliers erwägen sogar aufzugeben.“ Damit es möglichst bald wieder aufwärts geht, möchte der Kreis die Tourismusbranche jetzt mit der Reisekampagne „Neanderland Quickies“ unterstützen.

Die startet ab sofort, ist auf drei Monate angelegt und richtet sich gezielt an Paare. Die buchen spontan für 66 Euro pro Person nicht nur das „Nest für eine Nacht“ inklusive Frühstück und einen Restaurantbesuch, sondern erhalten außerdem einen Gutschein beispielsweise für freien Eintritt im Neanderthal Museum in Mettmann oder einen Baumpflege-Kurs der Biologischen Station im Monheimer Haus Bürgel. 21 Hotels sind eingebunden, darunter „Zum Vater Rhein“ in Monheim und das Romantik-Hotel Gravenberg in Langenfeld.

Übernachtungszahlen um
55 Prozent eingebrochen

Dort stellte Landrat Thomas Hendele (CDU) gemeinsam mit Vertretern der Dehoga und des Kreises Mettmann das Projekt vor. Man wolle zeigen, dass die heimische Region neben beliebten Zielen wie den Nordseeinseln oder den Alpen auch einiges zu bieten habe, sagte er. Hotels, Gastwirte und Freizeiteinrichtungen hätte die Krise besonders getroffen. „Um rund 55 Prozent sind die Übernachtungszahlen im Kreisgebiet und in Düsseldorf im vergangenen Jahr eingebrochen.“

Kreisdirektor und Kulturdezernent Martin M. Richter stehen für die Kampagne rund 50 000 Euro zur Verfügung. Der Kreistag habe die Mittel bewilligt. „Wir haben das Geld, weil wir etliche Dinge während der Pandemie nicht durchführen konnten“, sagt er. Kultur- und Tourismus-Amtsleiterin Barbara Bußkamp möchte die Aktion als „Kompensation für ausgefallene Übernachtungen“ verstanden wissen. „Die Hotels waren lange geschlossen.“ Man werbe mit Plakaten unter anderem in Bochum, Leverkusen und Duisburg sowie in den sozialen Netzwerken und auf den Homepages um Besucher.

Neben Messegästen und Geschäftsreisenden spiele auch der Tourismus in der Region üblicherweise eine große Rolle, sagte Isabel Hausmann. Doch die vorgeschriebenen Tests und Hygieneauflagen ließen viele Reisende noch zögern. Andere buchten jetzt Ziele im europäischen Ausland, weil man lange darauf verzichtet habe. Die nähere Umgebung sei weniger gefragt. Sie rechnet damit, dass es noch bis zum Ende des nächsten Jahres dauern werde, bis das Niveau wie vor der Corona-Krise erreicht sei. Bisher seien die Buchungen verhalten.