1. NRW

Langenfeld: Gäste tauchen in antike Mythenwelt ein

Vernissage : Neue Ausstellung entführt in die Welt der olympischen Götter

Das Langenfelder Stadtmuseum zeigt Plastiken und Malereien.

Auch wenn sie nicht auf der Lyra, sondern auf der Harfe spielte: Musikerin Paula Naumann versetzte die Zuhörer im Freiherr-vom-Stein-Haus mit ihren sanft-entrückten Klängen dennoch in die passende Stimmung für einen Ausflug in die Sagen des antiken Griechenland. „Eine Wunderwelt“ kündigte Hella-Sabrina Lange, Leiterin des Stadtmuseums, den Besuchern im prall gefüllten Veranstaltungssaal des Freiherr-vom-Stein-Hauses an. Die Museumschefin gab zur Vernissage der Ausstellung „Der Olymp – Sex and Crime im Götterhimmel“ erste Einblicke in die „Soap Opera des Himmelsbergs“: Da ging es um die notorische Untreue des Göttervaters Zeus oder die rasende Eifersucht seiner Gemahlin Hera und die Frage: „Halten uns die Götter vielleicht den Spiegel vor?“

Das blieb zwar unbeantwortet. Fest steht aber eins: Die sagenumwobenen himmlischen Bewohner des Olymp mit all ihren menschlichen Schwächen und finsteren Abgründen haben Dichter und bildende Künstler unterschiedlichster Epochen beflügelt. Davon können sich die Besucher des Stadtmuseums in den nächsten dreieinhalb Monaten überzeugen. Denn die Ausstellung mit dem spannenden Titel zeigt Darstellungen der mythologischen Figuren und Sagen im Wandel der Zeit – von der Antike bis in die Kunstszene der Gegenwart.

Die Liebesgöttin Aphrodite, im römischen als Venus bekannt, empfängt die Besucher beim Einstieg in die Ausstellung als lebensgroße Skulptur, Büste und Zeichnung. Ähnliches gilt für ihre göttlichen Gefährten, von Apollon bis zu Dionysos. „Manches ist drastisch dargestellt“, beschrieb Kunsthistorikerin Inge Schaefer als Ausstellungsbesucherin ihre ersten Eindrücke. Dazu gehört die 1920er-Jahre-Darstellung von Zeus’ Affäre mit der Königstochter Leda, der sich der umtriebige Ober-Gott in Gestalt eines Schwans näherte. „Hochkarätige Leihgaben“, bescheinigte Schaefer der Ausstellung nach ihrem Rundgang.

Flankierend gibt es eine
Reihe von Veranstaltungen

Die Werke stammen aus Sammlungen der Frankfurter Goethe-Universität, der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, dem Kunstpalast in Düsseldorf, dem Stadtmuseum in Oldenburg, der Letter-Stiftung in Köln und auch aus dem eigenen Haus. „Wir haben gut drei Jahre am Thema gearbeitet“, erklärte Museumschefin Lange.

Flankierend gibt es einen großen Ausstellungskatalog – und eine Reihe von Veranstaltungen wie „Kunst und Kuchen“, „Kunst und Kulinarik“ sowie öffentliche Führungen und einen Vortrag über die antike Bildhauerkunst. Mit modernen Pendants der Unsterblichen – „Superhelden von heute“ – haben sich zuletzt die Kinder der Kita Richrather Rappelkiste befasst: Deren kreativ gefertigte Büsten können die Besucher ab Dezember als Sonderschau im Museum bewundern.

Die Betreuung der Ausstellung übernehmen einmal mehr die Ehrenamtlichen vom Förderverein des Stadtmuseums. Lob für das gesamte Team gab es zur Vernissage von Bürgermeister Frank Schneider: „Jede Ausstellung hier – von der Idee bis zur Umsetzung – ist etwas Besonderes.“