NRW: Landesregierung will Schutz vor Kindesmissbrauch verbessern

NRW: Landesregierung will Schutz vor Kindesmissbrauch verbessern

Nach dem jahrelangen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde will die NRW-Landesregierung den Schutz von Minderjährigen vor sexueller Gewalt verbessern. „Die massenhaften Straftaten müssen vollumfänglich geklärt werden“, sagte Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Montag in Düsseldorf.

„Wir müssen versuchen, dass wir so etwas Ungeheuerliches nicht mehr erleben.“

Die Landesregierung erwäge, einen Landesbeauftragten gegen sexuelle Gewalt an Kindern zu berufen und eine beratende Kommission von Kommunen und Land einzusetzen. Die Präventionsmaßnahmen für Kinder und Familien in prekären Situationen müssten neu justiert werden. Auch gesetzlich müsse klar sein, dass Kindesmissbrauch „kein Vergehen, sondern ein Verbrechen ist“.

Zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen im Alter von 56 und 33 Jahren sollen auf dem Campingplatz nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 29 Kinder im Wechsel gefilmt und missbraucht haben. Ein dritter Mann aus Stade soll als Auftraggeber aufgetreten sein. Schon im Jahr 2016 hatte es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hinweise auf Kindesmissbrauch gegeben, denen die Polizei nicht nachgegangen war.

(dpa)
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