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Zu hohe Lichtverschmutzung in Willich?​

Beleuchtung in Parks und am Alleenradweg diskutiert : Dauerbeleuchtung in Parks auf dem Prüfstand

Willichs Politik behandelte im Umweltausschuss die zunehmende Lichtverschmutzung in der Stadt. Umweltorganisationen und -initiativen bemängelten etwa die dauerhafte Beleuchtung in städtischen Parkanlagen oder entlang des Alleenradwegs. eine Nachtabschaltung steht im Raum

(djm) Lichtverschmutzung – dieses Thema nimmt bei der Bekämpfung von Umweltbelastungen immer mehr Raum ein. Der Umweltausschuss beschäftigte sich jetzt mit dem Thema. Auslöser waren zwei Anregungen von Bürgergruppen – einmal des Nabu Willich und einmal der Interessengemeinschaft Cloerbruch.

Der Nabu möchte eine Prüfung, wie sich durch eine veränderte Beleuchtung in städtischen Parkanlagen die Lichtverschmutzung reduzieren lassen kann. Diese Überlegung soll in laufende Planungen für städtische Parkanlagen und den Schlosspark Neersen integriert werden, wünscht der Nabu. Der Umweltorganisation war aufgefallen, dass zum Beispiel der Schlosspark die ganze Nacht beleuchtet wird.

Diskussion um Kostenersparnis durch weniger Stromverbrauch

Die Interessengemeinschaft Cloerbruch thematisiert die Beleuchtung von Rad- und Fußwegen – konkret die des Alleenradwegs in Höhe des Polo-Platzes und der Kreuzung „Auf dem Bend“ sowie „Hessenbende“ in Schiefbahn. Es soll nun Überlegungen geben, wie sich die Lichtverschmutzung reduzieren lässt.

Die Politiker aller Fraktionen waren sich einig, dass es sich um ein wichtiges Thema handelt, das aber unterschiedliche Aspekte hat. Johannes Hafermann (SPD) wies darauf hin, dass beleuchtete Parkwege vor allen Dingen für das Sicherheitsempfinden von Frauen wichtig seien. Ellen Roidl-Hock (FDP) unterstützte den Nabu-Ansatz, dieses Thema generell bei Planungen stärker zu berücksichtigen. Manuel Zach (Grüne) wies darauf hin, dass es zu diesem Thema auch einen noch offenen Antrag seiner Fraktion gebe: Sie will, dass städtische Lampen, die künftig neu- oder umgebaut werden, Leuchtmittel mit wärmerer Farbtemperatur verwenden.

Auch die Frage der Kostenersparnis durch weniger Stromverbrauch wurde im Ausschuss thematisiert. Das ist aber nicht so einfach, weil die Stadt einen pauschalen „Lichtliefervertrag“ mit den Stadtwerken Willich hat, so der Ausschussvorsitzende Hendrik Pempelfort (SPD). Er wurde unterstützt von Christoph Tepper (CDU), der meinte, dass dieser Vertrag um die Frage der insektenfreundlichen Beleuchtung erweitert werden müsse. Letztlich verständigten sich die Ausschussmitglieder auf den Vorschlag der Verwaltung: Sie soll prüfen, wie in den infrage kommenden Park- und Grünanlagen eine Nachtabschaltung „verkehrssicherheitskonform“ umgesetzt werden kann und welche Kosten dabei entstehen. Außerdem soll der Antrag der Grünen bezüglich der Leuchtmittel-Verwendung berücksichtigt werden.

(djm)