Zieht Kita Bullerbü in einen Neubau?

Zieht Kita Bullerbü in einen Neubau?

Politik lässt nun Kosten und geeignete Grundstücke prüfen. Elternvertreter sprachen sich gegen Anbau-Variante aus.

Willich. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass die Kindertagesstätte Bullerbü in einen Neubau umzieht. Diese Tendenz zeichnete sich deutlich im Jugendhilfeausschuss ab. Die Politiker verabschiedeten einstimmig einen umfangreichen Prüfauftrag an die Verwaltung.

Der erste Punkt ist die Prüfung, ob ein Neubau der Kita möglich wäre. Konkreter soll die Verwaltung bereits geeignete Grundstücke suchen und prüfen, ob eventuell die Idee eines zweiten Kindergartens im Neubaugebiet Wekeln X doch wieder aufgegriffen werden kann.

Zum Hintergrund: In der ersten Planung für Wekeln X waren zwei Grundstücke für jeweils einen Kita-Neubau reserviert worden. Von diesem Vorhaben waren Politik und Verwaltung zwischenzeitlich abgerückt und wollten lediglich einen Neubau, in den dann die Kita Traumland ziehen soll.

Die Raumprobleme in der Kita Bullerbü an der Hülsdonkstraße 206 sollten durch einen 50 Quadratmeter großen Anbau gelöst werden. In mehreren Schreiben an Politik und Verwaltung sowie in Gesprächen mit den Fraktionen hatte die Bullerbü-Elternvertretung ihre Kritik an dem Anbau geäußert und sich für einen Neubau eingesetzt.

In der Sitzung wurde deutlich, dass alle anwesenden Fraktionen (CDU, Grüne, SPD) den Argumenten der Eltern folgen können. Weitere Aspekte des Prüfauftrages an die Verwaltung sind: Die Verwaltung soll klären, ob ein Neubau zwischen Willich und Schiefbahn möglich wäre, damit Eltern aus beiden Stadtteilen kurze Wege hätten.

Die Finanzierung des geschätzt rund 2,8 Millionen Euro teuren Neubaus über eine Public-Private-Partnership soll geprüft werden.

Die Verwaltung soll außerdem klären, ob der Neubau in ökologischer Bauweise (cradle to cradle) möglich wäre. Und ob das bisherige Gebäude der Kita an der Hülsdonkstraße für einen sozialen Zweck genutzt werden kann.

Ein großer Teil der Prüf-Vorschläge wurde von Dieter Lambertz (CDU) vorgetragen. Sarah Bünstorf (SPD) hatte Ergänzungen formuliert. In ihrer Vorlage hatte sich die Verwaltung weiterhin für einen Anbau an das bestehende Gebäude ausgesprochen. Dieser würde allerdings 400 000 Euro kosten und zudem die Größe des Außenspiel-Geländes deutlich reduzieren.

Kindergartenplaner Michael Süßbeck gab außerdem zu bedenken, dass das Wieder-aufgreifen des Grundstücks in Wekeln X zu Verzögerungen im Bebauungsplanverfahren führen könne. Damit wäre auch der bisher anvisierte Termin für die Eröffnung der neuen Kita Traumland in Gefahr.

Das sah Dieter Lambertz anders und berief sich auf ein Gespräch mit der Verwaltung. Mitglieder der Elternvertretung Bullerbü begrüßten die Entscheidung im Ausschuss: „Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung. Wir mussten ja mit allem rechnen — auch eventuell mit einem Anbau, den wir nicht präferierten“, so Noëlle von Eckartsberg als Elternvertreterin.