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Zehn Jahre nach Erdbeben in Haiti: Action medeor (Vorst) hilft weiter

Hilfslieferungen : Zehn Jahre nach Erdbeben in Haiti: Medeor hilft weiter

2010 schickte das Vorster Medikamenten-Hilfswerk Lieferungen in das Katastrophen-Gebiet. Und setzt sie fort.

„Am 12. Januar 2010 um 21.53 Uhr (16.53 Uhr Ortszeit) ereignete sich das – gemessen an den Opferzahlen  schwerste Erdbeben in der Geschichte Nord- und Südamerikas. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,3 lag nahe der Hauptstadt Port-au-Prince.“ Das meldete die „Aktion Deutschland hilft“ vor zehn Jahren und bat bundesweit um Spenden.

Wenn sich Katastrophen wie diese ereignen, ist auch Vorst zur Stelle und packt im Lager des Medikamentenhilfswerks action medeor an der St. Töniser Straße Hilfslieferungen.

In den ersten Monaten der akuten Katastrophenhilfe schickte  medeor mehr als 120 Tonnen mit Medikamenten, Verbandsmaterialien und anderen dringend benötigten medizinischen Materialien nach Haiti.

Das Ausmaß der Zerstörung in dem Land Haiti ist bis heute für Mitteleuropäer kaum zu fassen. Die Bilder sind präsent. Die Zahlen der Katastrophe nicht nur in der betroffenen Region  mit Schrecken und Trauer verbunden: Nach Angaben der haitianischen Regierung sollen bis zu 300 000 Menschen gestorben sein. Mehr als 1,5 Millionen wurden obdachlos. Weite Teile der Region um die Hauptstadt Port-au-Prince waren zerstört.

Auch die Gesundheitsversorgung des Landes lag in Trümmern. Im selben Jahr brach in Haiti die Cholera aus. Im Herbst 2010 wurden laut „Aktion Deutschland hilft“ 18 000 Cholera-Kranke in Krankenhäusern und Ambulanzen behandelt.

Zehn Monate nach dem Erdbeben, im November 2010, bilanzierte die „Notapotheke der Welt“ in einem WZ-Bericht: Mittlerweile seien 70 000 Menschen mit Cholera infiziert. Schätzungen zufolge könnten es bis zu 400 000 werden. Insgesamt habe medeor seit dem Erdbeben rund 3500 Pakete im Wert von 1,9 Millionen Euro nach Haiti geschickt.

Mit den Lieferungen im November 2010 kamen Medikamente gegen das Austrocknen der Cholera-Patienten ins Land, außerdem Antibiotika, Wasserentkeimungstabletten und ärztliches Zubehör wie Kanülen und Scheren.

„Wir brauchen auch weiterhin Spenden, denn wir werden noch eine lange Zeit Hilfe vor Ort leisten müssen“, sagte die damalige medeor-Pressesprecherin Susanne Haacker.

Wie recht sie damals mit dieser Einschätzung hatte, wird deutlich, wenn man die Pressemitteilung ihres Nachfolgers Markus Bremers liest. Er bilanziert zehn Jahre nach der dem „verheerenden Erdbeben“: „Trotz massiver internationaler Hilfe hat der karibische Inselstaat bis heute nicht zu stabilen Verhältnissen zurückgefunden.“

Aber Bremers lenkt den Blick auf „Lichtblicke“. „Ein solcher Lichtblick ist die Kooperation von action medeor mit der haitianischen Partnerorganisation Fondation Enfant Jésus (FEJ). Sie begann im Jahr 2011, nach der ersten Welle der akuten Katastrophenhilfe, und dauert bis heute an. Für die Region Lamardelle im Südosten Haitis ist sie ein kleiner Segen. Sie kann zwar die Krise des Landes nicht beheben. Aber sie rettet Leben.“

Zusammen mit FEJ starteten die Vorster 2011 ein Maßnahmenpaket mit dem Ziel, den Gesundheitszustand der Menschen in der ländlichen Region Lamardelle im Südosten Haitis zu verbessern. Bernd Pastors, Vorstandssprecher bei medeor: „Wir wollten die Gesundheitsversorgung, Krankheitsprävention und insbesondere auch die Mutter-Kind-Gesundheit und Geburtshilfe deutlich verbessern.“ Die Kooperation besteht bis heute. Bremers berichtet über die Klinik in Lamardelle. „Ursprünglich war sie nur drei Tage in der Woche geöffnet, inzwischen ist sie rund um die Uhr für die Patienten erreichbar. Zusätzliches Gesundheitspersonal wurde eingestellt und fortgebildet, außerdem wurde die Ausstattung der Klinik nach und nach verbessert und ausgebaut.“ 2018 wurde die neue Entbindungsstation eröffnet.

Action medeor und FEJ haben ein Ernährungsprogramm ins Leben gerufen: „Mangelernährte Kinder werden mit therapeutischer Spezialnahrung versorgt, außerdem bekommen die Kinder in der Schule und dem Waisenhaus von FEJ täglich ein Mittagessen.“

Mehr über das Projekt und Hilfsmöglichkeiten unter:  Ree

www.medeor.de