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WZ-Wahlcheck: Gibt’s eigentlich Visionen für Willich?

WZ-Wahlcheck : Gibt’s eigentlich Visionen für Willich?

Im letzten Teil unserer Umfrage vor der Wahl durften sich die Willicher Parteien mal ein bisschen aus dem Fenster lehnen.

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Unter anderem für dieses Zitat ist der inzwischen verstorbene Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD) bekannt. Dennoch gehören Visionen bei Politikern irgendwie dazu - vor allem im Wahlkampf. Oder doch nicht? Im vierten und letzten Teil des WZ-Wahlchecks für Willich haben wir die Parteien gefragt, welche Visionen sie für Willich haben. „In Willich träumte man in den 1970er Jahren einmal von dem Bau einer Hochbahn. Sie wurde nie gebaut. Welche spektakulären, visionären Ideen haben Sie für die Stadt, die mittelfristig umzusetzen wäre?“ So lautete die Aufgabenstellung - und das sind die Antworten von CDU, SPD, Grünen, FDP und „Für Willich“.

CDU will Willich als
„Stadt der kurzen Wege“

CDU: „Die Coronakrise hat gezeigt, wir können Miteinander. Darauf wollen wir weiter aufbauen. Wir verstehen Wachstum nicht nur in Bevölkerungszahlen, sondern auch als gesundes Wachstum nach innen – digital, verkehrlich, ökologisch und mit einer florierenden Wirtschaft. Vier lebenswerte, lebendige, aber auch idyllische Stadtteile – alle mit einem eigenen Freizeit- und Versorgungsangebot. Eine Stadt der „kurzen Wege“: Gute Bildung, gute Jobs, gute Medizin, gute Freizeit, guter Sport, gute Politik – alles vor Ort!“

SPD: Fahrradfreundlichste
Stadt Deutschlands

SPD: „Nicht spektakulär, aber dafür machbar: Wir wollen Willich zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands machen. Um besser zu werden, brauchen wir große Ziele. Es wäre schon ein großer Schritt, wenn sämtliche Kreuzungsbereiche für Radfahrer aber auch für Fußgänger sicherer werden. Straßen für Pkw enden nie im Nichts oder werden durch Bäume auf der Fahrbahn verengt. Genau auf solche Gefahrenstellen auf Radwegen haben uns die Bürgerinnen und Bürger in den letzten Monaten immer wieder aufmerksam gemacht. Deshalb möchten wir das Radfahren in der Stadt Willich deutlich stärken und zum ersten Transportmittel machen. Zudem leisten wir so einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, aber für manch anderen Mitbewerber immer noch undenkbar: der beitragsfreie Zugang zur Kita, OGS, Tagespflege und 8-1-Betreuung. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Deshalb setzen wir uns für die vollständige Abschaffung dieser unsozialen Gebühren ein.“

Grüne: Stillgelegte Bahnstrecke der 042 wieder einführen

Die Grünen: „Wir wissen nun, dass unsere Idee aus den 80ern, die S28 zu erweitern, aus heutiger Sicht visionär war. Neben der Erweiterung, die wir weiterhin fordern, möchten wir die stillgelegte Bahnstrecke der 042 auf Willicher Stadtgebiet wieder einführen und so Krefeld über Alt-Willich und Wekeln mit Schiefbahn verbinden und zusätzlich eine Schienenverbindung von Meerbusch über Münchheide nach St. Tönis einführen. Wir setzen uns für 100 Prozent Ökostrom bei den Stadtwerken und 100 Prozent regional produziertes Essen in Schulen, OGS und Kitas ein – 50 Prozent aus ökologisch-biologischer Erzeugung. Für Anrath planen wir die Errichtung eines Multifunktionsschwimmbeckens, um unökologische und unpädagogische Fahrtwege für Schulkinder einzusparen und auch Seniorinnen und Senioren neue Sportangebote zu ermöglichen.“

FDP: Alle Ideen müssen
immer realisierbar sein

FDP: „Visionen und Träume sind wichtig. Wenn es um die Fortentwicklung der Stadt Willich geht, dann müssen die Ideen auch realisierbar sein. Hier unterscheiden wir uns von einigen politischen Mitbewerbern. Verkehrstechnisch ist Willich rückständig. Hier ist ein Mix von Autos mit Elektroantrieb, sowohl Batterie- als auch Wasserstoff-betrieben, ÖPNV und Fahrradverkehr anzustreben. Auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor müssen, solange sie existieren, in Willich fahren dürfen. Die Vision der FDP ist eine lebenswerte Stadt mit ausreichendem Wohnraum, guten Verkehrsmöglichkeiten, für Wirtschaft, Verwaltung und Bildung digitalisiert, geringe Kriminalität, ein gutes Angebot an Sportstätten, ein intaktes gesellschaftliches Leben mit Vereinen und sonstigen Organisationen.“

„Für Willich“ forciert
die Idee eines Ringbusses

„Für Willich“: „Ehrgeiziges Ziel von ,Für Willich’ ist ein Ringbussystem für die Stadt. Derzeit gibt es Bürgerbusse in Willich, Anrath und Schiefbahn, die aber nur die jeweiligen Ortsteile versorgen. Daher ist es schwierig, von einem in den anderen Ortsteil zu kommen. Deshalb schlagen wir vor, einen Ringbus in Form eines Bürgerbusses zu installieren, der in einer Runde durch alle Ortsteile fährt. Nebeneffekt: Durch drei Haltestellen zwischen der Kapelle Klein-Jerusalem und dem Schloss könne man auch innerhalb Neersens mobil sein.“

(Ree/tkl)