Wohnungen verraucht: Menschen gerettet

Aufmerksame Nachbarn alarmieren Feuerwehr und verhindern Schlimmeres in stark verrauchten Wohnungen in Schiefbahn und Willich. Einsatzkräfte rücken auch zu Unfall mit drei Verletzten auf der A 44 aus.

Willich. Hinter Willichs Feuerwehrwehrleuten liegt ein ereignisreiches Oster-Wochenende. An Karfreitag, abends um 20.28 Uhr, rückte der Löschzug Schiefbahn zur Bruchstraße aus. Zeitgleich alarmiert wurden die Besatzung des Einsatzleitwagens aus Anrath, der Rettungsdienst und die Polizei.

Wohnungen verraucht: Menschen gerettet
Foto: Feuerwehr Stadt Willich

In dem Haus hatten Rauchmelder ausgelöst. Die Fensterscheiben waren von innen bereits schwarz, als die Rettungskräfte eintrafen. Ein aufmerksamer Nachbar hatte den Notruf 112 gewählt. Er gab den Hilfskräften vor Ort auch den Hinweis, dass sich noch eine ältere, gehbehinderte Frau im Haus aufhielt.

Sofort rückten Kräfte unter Atemschutz vor. Sie verschafften sich durch die Haustür und durch ein gewaltsam geöffnetes Fenster direkt über zwei Seiten den Zugang ins Hausinnere. Dort fanden sie die Frau, die bewegungslos im Erdgeschoss lag, und brachten sie ins Freie. Der Notarzt behandelte die Bewohnerin noch vor Ort. Später wurde sie in ein Krankenhaus gebracht.

Als Brandursache gibt Bernd Ihlenfeld, Pressesprecher der Feuerwehr Willich, „vermutlich angebranntes Essen in der Küche“ an. Gegen 21.15 Uhr konnten die 35 Kräfte, neun Fahrzeuge, RTW und Notarzt wieder abrücken.

Ihlenfeld lobte nach dem Einsatz besonders den Nachbarn: Ein besonderer Dank gelte seiner umsichtigen und vorbildlichen Reaktion. „Ohne ihn und die installierten Rauchmelder wäre der Einsatz höchstwahrscheinlich nicht so glimpflich ausgegangen.“

Angebranntes Essen und ausgelöste Rauchmelder — diese Stichworte passen zu einem weiteren Einsatz, der den Löschzug Willich in der Nacht zu Ostersamstag, kurz nach Mitternacht, zu einem Mehrfamilienhaus an der Krefelder Straße führte. Bewohner hatten das schrille Piepen des Rauchmelders im Erdgeschoss bemerkt. Als auf ihr Klingeln aber niemand öffnete, verständigten sie die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte verschafften sich Zutritt zu der verqualmten Wohnung und trafen zwei ältere Bewohner, die sofort ins Freie gebracht wurden. Der Rettungsdienst kümmerte sich um sie.

Auch in diesem Fall war ein Topf mit verbranntem Essen Ursache für die Rauchentwicklung. Nachdem die Wohnung ausgiebig gelüftet wurde, konnten die Senioren unverletzt, so die Feuerwehr, wieder in ihre eigenen vier Wände zurück.

Am frühen Abend des Karsamstags hatten der Löschzug Willich, Polizei und Rettungsdienst auf der Autobahn A 44 Höhe Anschlussstelle Osterath in Fahrtrichtung Düsseldorf einen weitere Einsatz.

Bernd Ihlenfeld, Pressesprecher der Feuerwehr Stadt Willich

Nach ersten Erkenntnissen waren dort zwei Pkw zusammengestoßen. Einer der Wagen war durch die Kollision in die Leitplanke geschleudert worden.

Er kam erst auf der Fahrbahnmitte quer zum Stehen. Ein nachfolgender Pkw konnte noch rechtzeitig abbremsen.

Drei Personen wurden bei dem Unfall verletzt. Ein Fahrer musste mit hydraulischem Spezial-Rettungsgerät aus seinem Wagen gerettet werden. Die drei Verletzten kamen ins Krankenhaus.

Die Feuerwehr, die mit 26 Kräften des Willicher Löschzugs auf der A 44 war, sparte auch nach diesem knapp zweistündigen Einsatz nicht mit Lob für besonnene Verkehrsteilnehmer. Feuerwehrmann Bernd Ihlenfeld, der von Karfreitagmorgen bis heute Morgen im Dienst war, stellte — weil es nicht immer die Regel ist — erfreut fest: „Die Anfahrt zur Einsatzstelle erfolgte problemlos, da alle Verkehrsteilnehmer vorbildlich die Rettungsgasse gebildet hatten.“