Wird Vauth am Herzen operiert?

Ex-Anwalt ist nach wie vor im Krankenhaus.

Tönisvorst. „Lothar Vauth ist Ende vergangener Woche festgenommen worden.“ Dieses Gerücht kursiert schon seit Tagen in Tönisvorst — meist unter Verweis auf eine angeblich todsichere Quelle beim Landgericht. Dessen Sprecher Christian Tenhofen weiß es besser: „Der Haftbefehl gegen Lothar Vauth ist nach wie vor außer Vollzug gesetzt“, erklärte er auf Anfrage der WZ. Der „Verschonungsbeschluss“, der mit Blick auf die angegriffene Gesundheit Vauths verhängt wurde, habe Bestand.

Nach dem am Mittwoch erschienenen Bericht „Das Herz und das Recht“ in der Süddeutschen Zeitung soll Vauth in den nächsten Tagen am Herzen operiert werden. Was Tenhofen weder bestätigte noch dementierte.

Vauth muss sich wegen gewerbsmäßiger Untreue verantworten. In 923 Fällen soll ein Schaden von mehr als 1,9 Millionen Euro entstanden sein. Die Anzeige gegen ihn stammt aus dem Jahr 2009. Seither schleppt sich das Verfahren hin.

Im November war gegen den ehemaligen Rechtsanwalt und Politiker ein Haftbefehl erlassen und vollstreckt worden: Vier Polizisten nahmen ihn in St. Tönis fest und brachten ihn nach Krefeld auf die Wache. In der Zelle soll der 50-Jährige dann eine „klaustrophobische Attacke“ (auch als Platzangst bekannt) bekommen haben. In einem Krankenhaus habe man dann einen Herzklappenfehler festgestellt. Die Landgerichts-Kammer mit ihrem Vorsitzenden Herbert Luczak reiste eigens zum Krankenhaus und suchte das Gespräch sowohl mit Vauth als auch mit den Medizinern, um sich ein Bild zu machen. Denn noch in diesem Jahr wollte Luczak über eine Eröffnung des Verfahrens entscheiden.