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Willicher Winterwelt: Ohne Regen ganz schön anzusehen

Willicher Winterwelt: Ohne Regen ganz schön anzusehen

Bei ungemütlicher Witterung hatten die Händler zur „Willicher Winterwelt“ eingeladen.

Willich. „Es sieht ganz toll aus, wenn es nicht regnet“: Bernhard Kinold differenzierte Sonntagnachmittag nicht ohne Grund: Der Vorsitzende der Willicher Werbegemeinschaft erkannte, dass das wechselhafte Wetter der „Winterwelt“ schadete. Und er erinnerte sich, dass die Witterung vor einem Jahr noch ungemütlicher war und Sonntag deutlich mehr Besucher kamen.

Den Ehrgeiz, den Anrather oder Neersener Weihnachtsmarkt zu toppen, hatten die Alt-Willicher ohnehin nie. 13 Buden mussten reichen, nicht alle Händler waren zufrieden. Klaus Christoffer aus Gladbach war letzte Woche mit seinen „Bonbons wie zu Omas Zeiten“ in Anrath gewesen, hatte sich jetzt ähnliche Umsätze erhofft und wurde bitter enttäuscht: „Am liebsten würde ich nach Hause fahren, hier ist tote Hose.“

Dieses harte Urteil spiegelte indes nicht die Gesamtsituation wider. Die türkische Gemeinde in Willich hatte bei ihren landestypischen kulinarischen Spezialitäten nicht mit Absatzproblemen zu kämpfen. Wer es lieber Französisch mochte, kaufte sich einen Crêpe.

Es gab diesmal kein Karussell und auch die Damen des ASV-Vorstands boten nicht Selbstgemachtes wie Konfitüre oder Likör an, sondern glänzten mit Abwesenheit. Heike Gehlen, Erzieherin am Christian-Morgenstern-Waldorf-Kindergarten, animierte auf dem Marktplatz zum Kerzendrehen.

In der gut geheizten Waldorf-Kita gab es Kuchen und heißen Apfelsaft, ein Stückchen weiter, im Wintergarten der Gaststätte Maaßen, konnte in wohliger Wärme Amaretto-Punsch genossen werden, es spielten „Die Fischgesichter“. Kerstin Schultze, Martina Sauer und Jutta Weuthen vermarkteten ihre Strickmützen, Socken und Häkelarbeiten gemeinsam.

Sie dürfen bei keiner „Winterwelt“ fehlen: Der Nikolaus und die Weihnachtsbaum-Verlosung. Als es dunkel wurde, schlüpfte Markus Michiels in sein Nikolaus-Kostüm und verteilte Weckmänner. Frank Mertens hatte, wie in den Vorjahren, 20 Weihnachtsbäume gespendet, die verlost wurden. Der Erlös fließt gemeinsam mit den Einnahmen, die die Bäckerei Greis am Freitag bei ihrer Aktion „Die Nikoläuse sind los“ erzielt hatte, an die Kinderkrebsstation der Krefelder Helios-Klinik.

Ach ja: Es war verkaufsoffener Sonntag - ein Angebot, das viele Winterwelt-Besucher annahmen.