Willicher Meisterstück fährt in Wolfsburg
Die Nutzfahrzeug-Freunde haben einen alten Büssing-Bus von 1955 auf Vordermann gebracht. VW war so beeindruckt, dass das Unternehmen den Oldtimer kaufte und ihn auf seinem Firmengelände wieder einsetzt.
Willich. „Damit können wir bald Spritztouren zu anderen Museen unternehmen“, hatte Klaus Rabe vor geraumer Zeit gesagt. Der 64-Jährige führt in einer alten Halle des Stahlwerks Becker einen Verlag, hat sich aber auch mit seiner ehrenamtlichen Schrauber-Kolonne bei der Präsentation und Restaurierung alter Lastwagen und Busse einen Namen gemacht. Rabe meinte mit dem Satz einen blauen Büssing-Omnibus von 1955, mit dem einst VW seine Arbeiter nach Wolfsburg gefahren und nach der Arbeit wieder nach Hause gebracht hat. Der Omnibus ist mittlerweile fertig, steht den Willichern aber trotzdem nicht für Spritztouren zur Verfügung. Denn der Oldtimer ist nicht mehr im Besitz des Willicher Nutzfahrzeugmuseums.
Jahrelang hatte die Gruppe, es waren mit dem St. Töniser Rolf Hennen rund ein Dutzend Rentner, den Bus wieder instand gesetzt. Schon früh hatte sich der Verein „Halle 31 Nutzfahrzeugmuseum Willich“ gegründet, dessen Vorsitzender Klaus Rabe nach wie vor ist. Nach jahrelanger Arbeit war der alte Bus im vergangenen Jahr endlich fertig geworden. Doch mittlerweile hatte sich durch die vielen Tage der offenen Tür und durch Presseberichte die gute Arbeit der Truppe bis in die VW-Zentrale in Wolfsburg herumgesprochen. „Den Bus müssen wir auf jeden Fall haben“, sagten sich die Verantwortlichen des VW-Werkes. Kurzum: Für eine sechsstellige Summe ging der Bus vor einigen Monaten nach Wolfsburg. In ihm werden Interessierte über das große VW-Gelände gefahren. Der in Willich restaurierte Omnibus mit der Original-Farbe Blau erhielt das Kennzeichen „WOB-A-659“.
Wenn man durch das Nutzfahrmuseum in der Halle 31 geht — dort haben einst britische Soldaten ihre Panzer und andere Fahrzeuge repariert —, fällt neben alten Traktoren, Feuerwehrwagen oder dem Fernlaster Faun L8L ein weiterer Omnibus auf. Es ist noch das Fragment eines alten Stromlinienbusses, den 1953 die Firma NWF (Nordwestdeutscher Fahrzeugbau) nach den Plänen des Flugzeugkonstrukteurs Heinrich Focke gebaut hatte. „Der Flugzeugbau war damals nach dem Krieg verboten, deshalb hat man sich auf die Busse konzentriert“, erklärt Rabe. Die Firma NWF hatte aber keine Zukunft.