Willicher Chor „Tonköpfe" Ein Konzert wie eine Umarmung

Willich · Die Willicher Tonköpfe bewiesen bei ihrem Konzert im Lise-Meitner-Gymnasium vielfältige Talente. Trotz der Jahreszeit ging es nicht nur weihnachtlich zu.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer wurden direkt angesprochen und in die singende Gemeinschaft gesogen.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer wurden direkt angesprochen und in die singende Gemeinschaft gesogen.

Foto: Tonköpfe

(b-r) Auf die Gefahr hin, kitschig zu klingen: Dieses Konzert ist wie eine herzliche Umarmung von über 30 Freundinnen und Freunden. Am Wochenende gaben die „Tonköpfe“ unter der Leitung von Andrea Kautny ihr traditionelles Jahresabschlusskonzert.

Drei der knapp 20 Lieder trugen der vorweihnachtlichen Zeit Rechnung, ansonsten deckte das Programm die Spannbreite des gesamten Repertoires des Chores ab. Ein aufregendes Jahr liegt hinter den Tonköpfen. Nachdem sie im Frühjahr die Premiere ihres Musical anlässlich ihres über 20-jährigen Bestehens feierten, haben sie noch eine CD eingespielt und eine Chorreise nach Köln unternommen.

Zwischen den Liedern
wird auch viel erzählt

Es wird viel erzählt zwischen den Liedern, wenn die Chormitglieder die Stücke mit kurzen Hintergrundinformationen oder privaten Anekdoten anmoderieren, es wird gelacht zwischendurch. Und dennoch ist die Konzentration in dem Moment, in dem Andrea Kautny die Töne für die Stimmlagen anstimmt, sofort da. Jeder weiß, wo sein Platz auf der Bühne ist (oder im Zuschauerraum, denn auch von dort aus wird gesungen). Was einfacher klingt, als es ist, weil die Positionen je nach Stück wechseln.

Die Tonköpfe beweisen vielfältige Talente: Wenn sie in „Africa“ von Toto ausschließlich mit ihren Fingern, Händen und Füßen authentisch einsetzenden Regen und Gewitter mit Donner simulieren; wenn sie die Instrumentalteile von Stücken wie „Music“ oder „Axel F“ aus Beverly Hills Cop durch stakkatoartig vorgetragene Wortfetzen ersetzen – wobei jede Stimme andere Worterfindungen von sich gibt; wenn einige von ihnen auf Inlinern hereinrollend den Starlight Express ankündigen; wenn sie die Lieder nicht nur singen, sondern mit Gestik, Mimik und mancherlei modischem Accessoire regelrecht performen.

Eine besondere Zutat in diesem Konzert war die Mitwirkung der Krefelder Harfenistin Ute Deilmann. Sie spielte ihre Version des „Skye Boat Song“ aus dem Film Outlander und „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Im weihnachtlichen Teil des Konzerts begleitete sie den Chor mit ihren Harfenklängen, und diese kann man nicht anders als sphärisch nennen.

Warum sich das Konzert wie ein Umarmung anfühlt? Die Zuhörerinnen und Zuhörer werden direkt angesprochen und in die singende Gemeinschaft gesogen und dürfen auch mal mitsingen.

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