Willich/Tönisvorst: Sicher mit dem Drahtesel ins Frühjahr radeln

Willich/Tönisvorst: Sicher mit dem Drahtesel ins Frühjahr radeln

Vor dem ersten Gebrauch sollte man sein Rad genau unter die Lupe nehmen.

Willich/Tönisvorst. Sonne, blauer Himmel, Wochenende. Noch ist’s nicht optimal, aber der Frühling wird in den nächsten Tagen ein Comeback feiern. Da packt so manchen der sportliche Elan und es heißt: Drahtesel aus dem Keller oder der Garage und ab ins Grüne. Doch was, wenn nach zwei, drei Kilometern plötzlich der Reifen platzt? Damit die erste Fahrradtour nicht in einem Desaster endet, sollte man sein Fahrrad für den Frühling fit machen.

"Das Schlimmste ist, sich überhaupt nicht zu kümmern", sagt Peter Meintz vom ADAC. Vieles könne man selber machen. Das A und O sei, die Luft zu prüfen, meint Jürgen Wingerath, Fahrradhändler in Anrath. 80Prozent der Reifen, die er wechselt, sind nicht alt, sondern durch zu wenig Luft beim Fahren kaputt gegangen.

Auch Hans Joachim Nettelbeck, der seinen Fahrradladen in St.Tönis hat, weiß, wie wichtig es ist, sein Fahrrad instand zu halten. Haben die Reifen Risse oder Brüche? Über den kalten, feuchten Winter werden viele Reifen porös. "Im schlimmsten Fall platzt der Schlauch beim Fahren", so Nettelbeck. Ganz wichtig ist, vor Antritt der Fahrt die Bremsen zu überprüfen. Funktionieren beide noch? In einer kritischen Situation gefährdet man sonst sich und andere.

Zum "Frühjahrsputz" rät Ralf Noetzel, Verkehrssicherheitsberater der Polizei für den Bereich Willich: "Auch wenn es ungern gemacht wird, dabei fallen viele Mängel schnell auf". Der Zustand der Kette, eine Klingel, die nicht mehr klingelt. Dynamo, Reflektoren und die Katzenaugen sind besonders in der Dämmerung nötig und müssen vollständig sein. Und man weiß ja nie, ob eine Radtour mal länger dauert als geplant. Mit Lappen, Luftpumpe, Öl und einem Schraubenzieher ist die Arbeit schon fast getan.

Vor dem Start: Inspektion beim Profi

Doch nicht jeder weiß genau, wie man was prüft. Im Zweifel und je nach Fähigkeiten raten die Experten zu einer Fahrradinspektion beim Profi. "Viele können Reifen aufpumpen, aber nicht die Speichen nachziehen oder Bremsen überprüfen. Das wird hier alles in einem Rutsch gemacht", erklärt Hans-Joachim Nettelbeck.

"Bei uns wird alles auf Herz und Nieren untersucht, von den Speichen über die Reifen bis hin zur Lichtanlage. So sei sicher gestellt, dass alles überprüft werde", sagt Jürgen Wingerath. Eine Inspektion beim Fachmann kostet zwischen 20 und 30 Euro - so ist man für ein Jahr "beschwerdefrei".

Doch was, wenn auf einer Radtour doch mal etwas schief- geht? Für solche Notfälle sollte man vorsorgen. Luftpumpe, Flickzeug oder Pannenspray sind schnelle Helfer, ersetzten aber keinen Vorab-Check.

Für das "körperliche Wohl" empfiehlt Ralf Noetzel helle, reflektierende Kleidung. Über das Tragen eines Helmes gehen die Meinungen auseinander. "Es sind immer mehr Leute, auch Erwachsene, bereit einen Helm zu tragen", sagt Noetzel. Gegen eine Helmpflicht, abgesehen von Kindern, spricht sich Wingerath aus - obwohl er diese natürlich auch gerne verkauft. Nettelbeck meint, man sollte einen Helm tragen, gerade, wenn man mit dem Nachwuchs unterwegs sei - Vorbildfunktion. Die Frage ob er selbst auch einen trägt, bejaht er.