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Willich/Tönisvorst: Kabarett, Kartoffeln, Klima

Willich/Tönisvorst: Kabarett, Kartoffeln, Klima

Von kleinen und großen Lastern und dem Deutschen Vize-Fußballmeister.

Willich/Tönisvorst. Sie wettert gegen Gott und die Welt - mit großem Erfolg. Kabarettistin Ruth Schiffer ist in der Szene wahrlich keine Unbekannte. Jetzt ging sie sogar ins Gefängnis, genauer gesagt in den Frauenknast in Anrath. Hier spielte sie Auszüge aus ihrem aktuellen Programm. Dabei blieb’s aber nicht: Gemeinsam mit ihr trat Zauberer Ju-Rim auf. Und in dieser Konstellation sorgten beide dafür, dass die Kinnlade bei vielen Zuschauerinnen unten blieb. Sprich: Die Damen kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Organisiert hatte das Gastspiel der Kunst- und Literaturverein für Gefangene und Patienten mit Sitz in Dortmund.

Schon seit Herbst 2009 arbeitet Christoph Gerwers als Bürgermeister im niederrheinischen Rees. Doch in Willich ist der ehemalige Beigeordnete bis heute präsent - und das nicht nur im Herzen. An seiner alten Arbeitsstätte im Verwaltungsgebäude St.Bernhard hängen überall noch Wegweiser und Türbeschilderungen mit seinem Namen. Was sich wohl erst ändert, wenn Nachfolgerin Brigitte Schwerdtfeger im Sommer offiziell ihr Amt antritt.

Jetzt reden wir mal über ein vergleichsweise kleines Laster. Das auch Antje Heymanns und ihr Kollege Bernd Klein pflegen, das sind die Pressesprecher der Kreispolizei in Viersen. Klar, wir reden vom Rauchen. Da geschah’s doch letzte Woche, dass der WZ-Reporter bei der Pressestelle anrief und keinen der beiden Kollegen ans Rohr bekam. Sondern jemand anders. Der aber genau wusste, wo die beiden Kollegen waren: "Die sind gerade eine rauchen, ich kann sie von hier aus sehen." Und weil das auch wirklich nur ganz kurz war bis zum Rückruf, hat der Stadtflüsterer nicht nur Verständnis, er steckt sich auch gerade einen Zigarillo an.

Bei diesem Thema muss man rot sehen. Wir reden nicht von politischer Couleur und nicht vom Teint im Gesicht, nein: vom Licht. Es geht um die Erweiterung der Tönisvorster Rotlicht-Meile an der Butzenstraße im Dreiländereck Vorst/Kempen/Oedt. Dort hat der Betrieb Happy Garden erweitert, die WZ hatte - wie es ihre Art ist - ganz schamhaft darüber berichtet. Jetzt ist die Erweiterung in Betrieb. Wenn nun spät am Abend der große Betrieb dicht macht, können Vergnügungs-Süchtige, die noch nicht genug haben, ins kleinere "Happy Garden by Night" wechseln.

Christoph Macke ist nicht Vorsitzender der Heimatfreunde Schiefbahn. Das weiß auch der Stadtflüsterer, der gleichwohl eine entsprechende Panne in einem Artikel über die Wiedereröffnung des Heimatmuseums Kamps Pitter einräumen muss. Dort war ein Foto von Macke veröffentlicht worden - mit der Behauptung versehen, es handele sich um Ernst Kuhlen. Und der ist nun mal tatsächlich Vorsitzender des Vereins.

Womit wir bei der Frage wären: Wo brennt’s denn? Logische Antwort: beim Weltklima. Da wiederum naht Hilfe. Josef Heyes, Willicher Bürgermeister, hat sich eingeschaltet, um es zu retten. Er war kürzlich in Brüssel, um für die Stadt Willich am Konvent der Bürgermeister teilzunehmen. Der wurde vor zwei Jahren von der europäischen Union gegründet. Die teilnehmenden Städte verpflichten sich, bis 2020 mindestens 20 Prozent ihrer CO2-Emissionen zu senken. Hinter den Kulissen soll allerdings jemand die Frage aufgeworfen haben, wie klimafreundlich denn wohl die Fahrt nach Brüssel gewesen sei.

Steht uns jetzt etwa das nächste Jubiläum ins Haus? Nachdem die Anrather in diesem Jahr nun wirklich groß ihren 1000. Geburtstag feiern, scheinen manche Leute zu glauben, dass es im nächsten Jahr weitergeht. Wie anders ist es zu erklären, dass das Organisationsteam eine Absage erreichte. Sie könne leider nicht teilnehmen, teilte eine potenzielle Beschickerin des historischen Marktes mit. Aber: Sie würde sich freuen, wenn sie denn im nächsten Jahr dabei sein könne. Wie, fragt der Stadtflüsterer, wollen die 2011 schon 2000-Jähriges feiern?

"Ich hätte gerne mit Herrn Korall gesungen", sagt die kleine Lisa-Sophie aus St. Tönis. WZ-Redakteur Peter Korall hatte bekanntlich angekündigt, im Falle der Schalker Meisterschaft in der Hochstraße in St. Tönis das Vereinslied zu singen. Nun gut, es kam anders. Womit wir wieder bei Lisa-Sophie sind: "Auch als Vizemeister kann man feiern. Dann singen wir halt nächstes Jahr. Vielleicht mit Ballack! Nächstes Jahr holen wir das Triple."