Willich/Tönisvorst: Ein Tornado und seine Touristen

Willich/Tönisvorst: Ein Tornado und seine Touristen

Schon vor über 100 Jahren waren Menschen neugierig und nahmen für Informationen weite Strecken auf sich.

Willich/Tönisvorst. Liebe Freunde (und Freundinnen natürlich), es gibt immer was, das man dazulernt. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Katastrophen-Tourismus ausgerechnet in Anrath erfunden wurde? Das glauben Sie nicht? Also: Es war 1891, als ein richtiger Tornado über den Ort tobte. Dabei gingen jede Menge Häuser kaputt. Die Orte in der Nachbarschaft waren nicht betroffen. Und wohl deswegen waren die Menschen neugierig. Auch die Krefelder. Die wollten das Unglück sehen. Weswegen sich beispielsweise die Reichsbahn genötigt sah, extra lange Sonderzüge einzusetzen. Der Willicher Stadtarchivar Udo Holzenthal wird darauf in seiner Eröffnung der Ausstellung zum 1 000-Jährigen von Anrath am Donnerstag eingehen.

Dass Michael Steeg Pressesprecher der Tönisvorster Feuerwehr ist und öfter in Zeitungsberichten genannt wird, ist nicht abzustreiten. Dass er aber in einem WZ-Artikel über den Handwerkermarkt in St. Tönis mit Tischlermeister Thomas Steeg verwechselt wird, ist nicht in Ordnung. Also: Nicht Michael, sondern Thomas Steeg hat ein "Bett oder Schreibtisch im Handumdrehen" vorgeführt.

Für den Neersener Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer ist das Bundestagsbüro in Berlin auch eine ständige Vertretung des Kreises Viersen im Parlament. So konnte er bei strahlendem Frühlingswetter jetzt den 11 111. Besucher seit 2002 vom Niederrhein begrüßen. Alleine in der vergangenen Woche reisten 180 politisch Interessierte aus dem Heimatkreis an die Spree. Darunter Schulklassen, der Hausfrauenbund, die Heimatfreunde Leuth und der Kreissportbund. Stellvertretend für den 11 111.Besucher nahm der Geschäftsführer des Kreissportbundes Viersen, Heinz-Willi Schmitz, ein überraschendes Geschenk des Bundestagsabgeordneten entgegen. Bei dem Präsent handelte es sich um einen von der AOK gestifteten WM-Ball mit Unterschrift von Rudi Völler. Heinz-Willi Schmitz sicherte zu, dass der Ball einen Ehrenplatz in der Geschäftsstelle der Sportler erhalten wird.

Rot-Grün - nicht, dass die Wahlentscheidung in Nordrhein-Westfalen schon gelaufen wäre. Nein, das waren die Farben, mit der die Pressesprecherin der Stadt Tönisvorst am vorletzten Wochenende beim Düsseldorfer Brückenlauf am Start war. Die durch ihre rote Haarpracht bestechende Catharina Perchthaler war für Greenpeace am Start. Trotz des für sie möglicherweise seltsam anmutenden Farbenspiels mussten selbst CDU-Beobachter einräumen, dass die Öffentlichkeitsarbeiterin eine überaus gute Figur machte. Wie sie als Kölnerin nach Düsseldorf kam, darf sie dann in ihrer Heimatstadt erklären.

Jetzt wird der Stadtflüsterer politisch. Er wundert sich regelmäßig über Ausschuss-Unterlagen aus Tönisvorst. In denen werden beispielsweise Namen von Antragstellern geschwärzt. "Datenschutz", argumentiert die Stadtverwaltung. Wenn aber, wie letzte Woche im Planungsausschuss geschehen, Unterschriftenlisten eingereicht werden, muss man dann gleich seitenweise geschwärztes Papier an die Vorlage heften. Vielleicht sollte man künftig dazu übergehen, Geheimtinte zu verwenden. Die lässt sich gut auf weißen Seiten darstellen, nach dem Vorbild: "Weißer Adler auf weißem Grund".

Zwei Kreismeister in einer Willicher Familie - das kommt sicher nicht alle Tage vor. "Passiert" ist es bei der Kreismeisterschaft der Krefelder Bogenschützen auf der Anlage des VfR Fischeln. Dort holten die Recurve-Schützen Michael und Yannick Hinrichs jeweils in ihren Klassen den Titel. Vater und Sohn treten für den Krefelder SSK an.

Auch die Jugendverbände der großen Parteien haben derzeit alle Hände voll zu tun und mischen kräftig im Wahlkampf mit. Das zumindest sollte man meinen... Wenn man sich allerdings im Internet darüber informieren will, was denn die jungen Sozialdemokraten in Willich so treiben, wird man auf eine Zeitreise ins Jahr 2006 geschickt. In der Rubrik "News" kann man vier Jahre alte Protestbriefe lesen, die die Jusos an den CDU-Landtagsabgeordneten Stefan Berger geschrieben haben. Auch die Fotos von "aktuellen Events" haben ihren vierten Geburtstag schon hinter sich. Liebe Jusos, bitte verschlaft nicht auch noch den Gang zur Wahlurne.

"Drei von Euch haben uns wirklich überzeugt, aber drei haben uns auch total enttäuscht." Zum Schluss machte es die Jury der Musik-WG "The Flatstar" spannend. Die Willicherin Lisa Bakun ist seit zweieinhalb Wochen in der Wohngemeinschaft in Los Angeles. In kurzer Zeit mussten die Musiker einen Song mit einem amerikanischen Produzenten aufnehmen. Die 20-jährige Willicherin kam weiter. Eine andere Frau aus Mohnheim musste die Gruppe verlassen. Nächsten Donnerstag wird wieder ein Musiker den Koffer packen müssen. Betreut werden die Kandidaten von Grammy-Produzenten und den angeblich besten Gesangslehrern des Landes. Wer die WG verlassen muss, entscheidet eine dreiköpfige Jury und die Mitglieder der Online-Community binwach.de. Der Gewinner der Show erhält einen Plattenvertrag.

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