Weiterhin auf Spenden angewiesen Tafel Willich hat neuen Standort bezogen

Willich · Die Helfer der Tafel haben nun deutlich mehr Platz für die ehrenamtliche Arbeit: Am neuen Standort am Siemensring sind die Räumlichkeiten nicht nur größer, sondern auch barrierefrei. Ein Rundgang.

 Die Ehrenamtler der Tafel, hier Marianne Ricken, Christine Nohl-Weiler und Cornelia Hesseling, freuen sich über die neuen Räumlichkeiten.

Die Ehrenamtler der Tafel, hier Marianne Ricken, Christine Nohl-Weiler und Cornelia Hesseling, freuen sich über die neuen Räumlichkeiten.

Foto: Lübke, Kurt (kul)

An den langen Edelstahltischen in der großen Halle herrscht rege Betriebsamkeit. Sieben Frauen sind mit dem Verpacken von Brot sowie dem Sortieren von Obst und Gemüse beschäftigt. Volle Kisten werden auf kleinen Rollwagen an die Tische gefahren, leere Kisten werden auf Rollwagen gesammelt, bevor sie an die Seite geschoben werden. „Es ist fantastisch. Wir haben jetzt viel mehr Platz. Alles ist überschaubar, und wir können bestens Hand in Hand arbeiten“, bemerkt Cornelia Hesseling, die gerade Paprika aus Plastikverpackungen befreit, kontrolliert und in eine rote Kiste legt.

„Das Arbeiten geht einem viel effektiver von der Hand. Es ist eine Übersichtlichkeit gegeben, die wir sonst nicht hatten“, schließt sich Marianne Ricken an. Sie sind nicht die einzigen freiwilligen Helfer der Tafel Willich, die strahlen: Die 120 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler freuen sich, dass es endlich mit den größeren Räumlichkeiten geklappt hat.

Seit dem 18. März befindet sich die Tafel Willich am Siemensring 15 und nicht mehr an der Adresse Fellerhöfe 1. „Wir haben fast zwei Jahre nach neuen Räumen gesucht. Nun ist es endlich wahr geworden“, sagt Vorstandsmitglied Christine Nohl-Weiler. Das alte Quartier hatte 120 Quadratmeter, die auf zwei Ebenen verteilt waren, und war damit nicht barrierefrei. Es stellte seit Langem ein Problem für die Arbeit der Tafel dar. „Es war einfach zu klein geworden“, sagt Nohl-Weiler. Doch einen geeigneten Platz zu finden, erwies sich als nicht so einfach, auch wenn alle fleißig Ausschau hielten.

Der Zufall half schließlich weiter. Nohl-Weiler: „Mein Mann und ich standen vergangenes Jahr vorne am Bike-Shop, als der Besitzer des Hallenkomplexes zufällig vorbeikam. Ich erzählte von unserer Suche und fragte, ob er wüsste, wo im Industriegebiet eine Halle frei wäre oder frei würde. Seine Antwort lautete: Hier!“

Sie konnte den Zufallstreffer kaum fassen. Doch es sollte noch eine Weile vergehen, bis der Umzug erfolgen konnte. Der vorherige Mieter zog im August 2023 aus. Der Hallenbesitzer renovierte einiges, wozu die Ertüchtigung der sanitären Anlagen und der Wechsel auf LED-Beleuchtung gehörte. Ende Januar wurde die neue Kühlzelle der Tafel in der großen Sortierhalle eingebaut, die mit ihren 25 Quadratmetern dreimal so groß ist wie die frühere. Sie bietet damit ausreichend Platz, wenn es zu Großabholungen über das Dortmunder Verteilzentrum der Tafeln kommt.

In einer der beiden großen Hallen wurde eine Wand eingebaut, um Kartoffel- und Zwiebelraum abzutrennen, in einem weiteren Raum wurde eine Küche eingebaut. Waschmaschine und Trockner wurden angeschafft und in den großzügigen Sanitärräumen aufgestellt. Danach folgte der Umzug der Regale, Tische und der Waschmaschine für die Kisten, die es auch schon an den Fellerhöfen gab. „Unsere haltbaren Lebensmittel befinden sich derzeit noch in unserem blauen Container an der Alt-Adresse. Am neuen Standort lässt der Besitzer die Garage isolieren und baut ein neues Tor ein. Wenn das alles fertig ist, ziehen diese Lebensmittel ebenfalls um“, berichtet Nohl-Weiler.

Insgesamt verfügt das neue Tafel-Quartier über 375 Quadratmeter, die sich auf zwei große Hallen, eine Küche mit Aufenthaltsraum, ein Büro, einen Lagerraum für Arbeitsmaterial und sanitäre Anlagen verteilen. Alles ist barrierefrei. „Wir überlegen derzeit, ob wir die Ausgabe in der Jakob-Frantzen-Halle, wo es nicht barrierefrei ist, hierhin verlegen. Platz wäre ausreichend da, und durch die Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe ist auch eine gute Anbindung gegeben“, sagt Nohl-Weiler.

Nur einen Wermutstropfen gibt es, was die neuen Räume betrifft: die Miete. „Die ist leider nicht mehr so günstig wie an den Fellerhöfen“, sagt Nohl-Weiler. Daher ist die Tafel Willich nach wie vor auf die Unterstützung von Sponsoren und auf Spenden angewiesen. Um möglichst viele Menschen anzusprechen und bekannt zu sein, setzt die Tafel auf eine vertiefte Netzwerkarbeit, ist weiterhin bei den Stadtteilkonferenzen in Willich vertreten, besucht Stadtfeste mit Infoständen und stellt sich auch in Schulen vor.

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