Fachkräftewerbung in Willich Stadt Willich will Fachkräfte über Youtube werben

Willich · Der Fachkräftemangel tritt überall zu Tage. In Kommunen ist er vor allem bei der Kinderbetreuung sehr präsent. Die Stadt Willich will nun neue Wege gehen, dem zu begegnen. Sie stellte ein Imagevideo auf Youtube.

In dem gut dreiminütigen Werbevideo werden unterschiedliche Situationen aus dem Arbeitsalltag der Erzieherinnen und Erzieher vorgestellt. Natürlich wird ein sehr schönes Bild gezeichnet.

In dem gut dreiminütigen Werbevideo werden unterschiedliche Situationen aus dem Arbeitsalltag der Erzieherinnen und Erzieher vorgestellt. Natürlich wird ein sehr schönes Bild gezeichnet.

Foto: Willicher Kindertagesstätte

Immer wieder musste die Stadt Willich unlängst Kritik einstecken, da gerade in Kitas die Personaldecke zu eng sei. Die Folge: Betreuungsausfälle und Einschränkungen. Vor einem Jahr kochte das Thema während einer Krankheitswelle hoch, und auch in den vergangenen Wochen rebellierten Eltern, diesmal an der Kita Kantstraße. Sie fordern von der Stadt vor allem, neue Wege bei der Werbung um Fachkräfte zu gehen und nicht darauf zu vertrauen, dass diese die Homepage der Stadt besuchen.

Diese schaltet jetzt zwar nicht die geforderte Daueranzeige auf großen privaten Jobportalen, sehr wohl aber sind die Verantwortlichen spürbar bemüht, neue Wege zu gehen: Per Youtube-Video ist die Stadt jetzt auf unterschiedlichen Kanälen unterwegs, um Kolleginnen und Kollegen – und auch Quereinsteiger – für die Mitarbeit in einer der zwölf Kindertagesstätten in Willicher Trägerschaft zu gewinnen: In dem gut drei Minuten langen Video kommen Betriebsleitung, pädagogische Fachkräfte und nicht zuletzt Quereinsteiger zu Wort und berichten, was und wie es in den Willicher Kitas lauft.

Unter anderem erläutert in dem Clip Melanie Pfeiffer in ihrer Eigenschaft als Betriebsleiterin Tagesbetreuung, dass das bestehende Team in den zwölf Tageseinrichtungen (mit drei bis sechs Gruppen) rund 1000 Kinder ab einem Jahr bis zum Schuleintritt betreue, wobei jede Einrichtung bei gemeinsamen hohen Standards ihr eigenes Profil entwickele.

Auch Sylke Küppenbender, Leiterin des Kita Alperhof, berichtet davon, dass Themen in ihrer Einrichtung partizipativ erarbeitet würden. Einzig in Zusammenarbeit und steter Kommunikation mit Team und Eltern sei es möglich, Krisen, aber auch andere kleinere und größere Probleme zu lösen. Krisen könnten so auch zu einer Chance werden und eine Weiterentwicklung auch der Kinder ermöglichen.

Eine pädagogische Fachkraft erläutert die Einarbeitungszeit

Doch nicht nur Leitungspersonal präsentiert die Stadt in ihrem kurzen Imagefilm. Auch Nils Segermann, ehemaliger Azubi und jetzt pädagogische Fachkraft, kommt zu Wort und erläutert das Einarbeitungskonzept: Im ersten Jahr sei der Neuling Mitläufer und „Schatten“ einer erfahrenen Fachkraft, im zweiten Jahr übernehme er Aufgaben mit und würde unterstützen, im dritten Jahr schließlich stehe die „Verselbständigung“ an, erläutert er. Das heißt: Im dritten Lehrjahr darf der Azubi auch eigenständig arbeiten und Verantwortung selbstständig übernehmen.

Dargestellt wird aber nicht nur der herkömmliche Weg. Auch Quereinsteigerin Christina Eckartsberg-Becker, die berichtet, dass man zum einen „supergut aufgenommen“ und zum anderen gewertschätzt würde, kommt zu Wort. „Man bekommt einen Paten, eine Kollegin, an die Hand und wird als vollwertiges Mitglied im Team behandelt“, erzählt sie.

Außerdem ist im Video zu erfahren, dass bei der Stadt das Gesundheitsmanagement hochgehalten werde, präventiv und dauerhaft Angebote in dieser Richtung gemacht würden und dass jeder Mitarbeitende einmal im Jahr eine Bewertung abgebe, die gemeinsam im Team ausgewertet und reflektiert werde. Daraus würden neue Zielvorgaben für die pädagogische Ausrichtung entwickelt.

Pfeiffer gibt an, sie könne der Erweiterung des Teams auch durch Quereinsteiger und nicht-pädagogische Unterstützungskräfte nur gute Seiten abgewinnen: „Es ist eine absolute Bereicherung, wenn die Teams vielfältig aufgestellt sind und damit auch die gesellschaftliche Realität abbilden.“

Das Video wird einerseits auf der Homepage der Stadt Willich unter www.stadt-willich.de aufgeführt. Es ist aber auch direkt auf der Plattform Youtube aufrufbar und kann entsprechend auch über soziale Medien verbreitet oder potenziellen Interessentinnen und Interessenten zugeschickt werden. Damit hoffen die Verantwortlichen, weitere Bewerberinnen und Bewerber zu finden und so die Personalengpässe zu lösen.

Wer sich für eine Stelle interessiert findet als Ansprechpartnerin für Bewerbungen Julia Kurze vor. Sie ist unter der Rufnummer 02156 949518 oder per E-Mail unter [email protected] erreichbar.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort