Willich: SPD nach vorne bringen

Willich: SPD nach vorne bringen

Jürgen Hansen ist neuer Vorsitzender der Sozialdemokraten in Willich.

Willich. Aufschwung bei der SPD? Die guten Vorsätze sind da, wie bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins dokumentiert wurde. Mit neuer Führung wollen die gebeutelten Sozialdemokraten in die Offensive gehen. Vorsitzender wurde der 55-jährige Jürgen Hansen, der über zehn Jahre den Schiefbahner Stadtbezirk angeführt hatte. Ihm zur Seite steht als neuer 2. Vorsitzender Marcus Mülders (35).

"Lasst mehr junge Leute ran, unterscheidet Euch stärker von den anderen Parteien und geht viel stärker an die Öffentlichkeit", dies gab der kommissarische Vorsitzende, Detlev Nicola, den Genossen mit auf den Weg. Nicola, der später zum Geschäftsführer gewählt wurde, war der Einzige, der sich kritisch mit der eigenen Partei beschäftigte. "Ich hatte den Eindruck, der politische Gegner saß manchmal in den eigenen Reihen", erinnerte er an schwierige Personalentscheidungen.

Nach "vielen schlaflosen Nächten" sprach Detlev Nicola auch von einer Erneuerung und von einer Einigkeit bei der Zusammenstellung der neuen Mannschaft, " wie ich sie seit einem Jahrzehnt nicht erlebt habe".

Woran auch der neue Vorsitzende seinen Anteil hatte. "Ich möchte die SPD wieder weit nach vorne bringen - da, wo sie hingehört", erklärte Hansen, der sich insbesondere um die Schulen, den ÖPNV und um die Belebung aller vier Ortsteile kümmern will. Er wertete die "Abwanderungen" von Führungsleuten bei der Stadtverwaltung als "schleichenden Kompetenzverlust" von Bürgermeister Josef Heyes.

Auch wenn verantwortliche SPD-ler von einer Verjüngung des Führungsgremiums sprachen, waren die jungen Genossen bei der Vollversammlung an einer Hand abzuzählen. Rühmliche Ausnahme war die erst 16-jährige Ute Hansen, Tochter des neuen Vorsitzenden, die am Tag der Versammlung der SPD beitrat. Als Beisitzer wurde der 28-jährige Marc Preuhs gewählt. Für den angekündigten Neuaufbau innerhalb des Ortsvereins will auch der neue zweite Vorsitzende, Marcus Mülders, sorgen.

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