St,-Sebastianus-Bruderschaft feiert Erfolgreiches Schützenfest in Schiefbahn

Schiefbahn · Schon der Auftakt am Freitagabend verlief „wie am Schnürchen“. Und auch das Wochenende war ein Erfolg: Die St.-Sebastianus-Bruderschaft Schiefbahn feierte im 575. Jahr ihres Bestehens ein fröhliches Schützenfest.

 Die St.-Sebastianus-Bruderschaft Schiefbahn feiert das 575-jährige Bestehen mit einem fröhlichen Schützenfest, hier bei der Königs-Galaparade.

Die St.-Sebastianus-Bruderschaft Schiefbahn feiert das 575-jährige Bestehen mit einem fröhlichen Schützenfest, hier bei der Königs-Galaparade.

Foto: Norbert Prümen

„Es ist alles organisiert – jetzt kann ich einfach runterfahren und genießen. Es ist schön“, so schilderte König Marcel I. Görgens, der amtierende Schützenkönig der St.-Sebastianus-Bruderschaft Schiefbahn, seine Gemütslage am Freitag, kurz vor 18 Uhr. Pünktlich traten die Schützen am Bruderhaus (Gaststätte be dem Bur Hoster) an – zum ersten Highlight des Festes, Fassanstich und Eröffnungskonzert mit allen Musikeinheiten auf dem Hubertusplatz. Es kamen nicht nur viele Schützen, sondern auch viele Bürger aus dem Ort, die sich zu einem schönen Abend trafen.

„Ich bin begeistert, wie voll der Platz ist. Angesichts der Fußball-EM hatte ich das nicht erwartet“, so der 1. Brudermeister Michael Klein. Den Fassanstich – je ein Fass Alt und Pils – nahmen der König und Guido Görtz (MdL) erfolgreich vor. Rund anderthalb Stunden dauerte das Beisammensein im Ort – zum Abschluss mit dem gemeinsamen Konzert aller Musikeinheiten, die unter der Leitung von Peter Koch (Böhler Werkskapelle) den Patria-Marsch, den Musketier-Marsch und den Regimentsgruß spielten.

Wie geplant ging es um 20 Uhr ins Festzelt, das aus gegebenem Anlass für Public Viewing umfunktioniert worden war – die richtige Entscheidung, denn das Zelt war proppenvoll, „mit so einem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet“, so Pressesprecher Gereon Hogenkamp. Für einen Gänsehaut-Moment sorgten vor Spielbeginn die Musikformationen, die gemeinsam im Zelt die Nationalhymne spielten. Der Rest ist Fußball-Geschichte: Der vom König vorausgesagte Sieg fiel mit 5:1 deutlich aus, danach griff das DJ-Team die Siegesstimmung auf und es wurde gefeiert.

Die folgenden Tage waren fröhlich-feierlich, denn die Bruderschaft feiert in diesem Jahr ihr 575-jähriges Bestehen. In der Gedenkmesse am Samstagnachmittag wurde ein neues Fahnenband für die 1. Fahne geweiht, das der 1. Brudermeister Michael Klein aus diesem Anlass gestiftet hatte. Zur Vorparade am frühen Abend versammelten sich viele Zuschauer auf dem Paradeplatz, danach ging es zum Ball der Zugkönige ins Zelt. Die Showband The Fantastic Company und die Zeltband Farbton sorgten für beste Stimmung.

Nach der Totenehrung am Sonntagmorgen erlebten die Zuschauer eine reibungslose Wachparade. Platzmajor Ulrich Heinen hatte wieder eine „Parole-Mannschaft“ (Zugführer und acht Wachhabende) benannt. Diese Einheiten waren früher zuständig für die Absicherung eines Geländes in alle vier Himmelsrichtungen. Die Musikeinheiten spielten eine abwechslungsreiche Serenade vor Königshaus und Gästen auf der Tribüne, auch der Stechschritt der Schützen zu Ehren des Königs „passte“. Nach der Parade zogen Königshaus und Regiment zum Ehrungskonzert ins Festzelt.

Im Festzelt gab es eine
närrische Überraschung

Hier gab es eine Überraschung: Die Töchter des Königspaares, Emma und Klara, sind im Wohnort der Königsfamilie in Bedburg/Erft im Karneval aktiv – ihre Gruppe aus der Komiteeflotte Kirch-Grottenherten zeigte die Gardetänze. Nach der Begrüßung durch den Brudermeister hatte Guido Görtz – „mit dem Hut des Landespolitikers“ – eine Überraschung: Er überreichte die Ehrenplakette des Landes „engagiert in NRW“ aus Anlass des 575-jährigen Bestehens.

Wegen dieses Jubiläums war ein weiterer Gast gekommen: Hans-Willi Pergens, stellvertretender Diözesanbundesmeister im Diözesanverband Aachen, überreichte die Hochmeister-Plakette. Er betonte, dass es zu den Traditionen der Schützenbruderschaften gehöre, offen für alle und tolerant zu sein. Mike Kunze, Bezirksbrudermeister Krefeld-Willich-Meerbusch, wies darauf hin, dass die Schiefbahner Bruderschaft die größte im Bezirk sei. Er lobte König Marcel Görgens, der in den Schützentraditionen so tief verwurzelt sei: „Marcel ist bis ins Tiefste bewegt. Er hat seine Emotionen nie verborgen und zeigt, dass wir Herzensmenschen sind.“ Am Nachmittag sammelten sich die Schützen zu einem Highlight, der Königs-Galaparade. Danach ging es im Festumzug durch Schiefbahn, abends wurde im Zelt gefeiert.