Neue Beigeordnete der Stadt Willich „Ich freue mich darauf, die Stadt mitzugestalten“

Willich · Mit dem Traumergebnis von 100 Prozent wurde Sarah Bünstorf zur neuen Beigeordneten der Stadt Willich gewählt. Zum 1. April tritt sie die Nachfolge von Brigitte Schwerdtfeger an.

 Beigeordnete Sarah Bünstorf (Mitte) wird von ihrer Vorgängerin Brigitte Schwerdtfeger (l.) und Bürgermeister Christian Pakusch beglückwünscht.

Beigeordnete Sarah Bünstorf (Mitte) wird von ihrer Vorgängerin Brigitte Schwerdtfeger (l.) und Bürgermeister Christian Pakusch beglückwünscht.

Foto: Sven Schalljo

Unter dem Jubel des Willicher Stadtrats steht Sarah Bünstorf auf und zwängt sich vorbei an den langen Tischreihen nach vorn. Speziell auf Höhe der SPD-Fraktion, der sie noch in der vergangenen Legislatur angehört hatte, muss sie viele Hände schütteln. Auch die Mitglieder von Für Willich, FDP und Grüne gratulieren der 48-Jährigen überschwänglich. Die CDU-Fraktion, auf der anderen Seite der langen, U-förmigen Tischanordnung angesiedelt, schließt sich auf dem Rückweg an.

Gerade ist die promovierte Juristin zur neuen Beigeordneten und Nachfolgerin von Brigitte Schwerdtfeger gewählt worden. Sie wird vor allem für die Bereiche Schule und Bildung verantwortlich sein. Der aktuell ebenfalls bei Schwerdtfeger angesiedelte Bereich Feuerwehr und Zivilschutz wird künftig ausgegliedert. „Das war nicht mehr Teil der Ausschreibung. Mir kommt das entgegen, denn das, was jetzt übrig bleibt, ist, was mich ganz besonders interessiert und antreibt“, sagt sie im persönlichen Gespräch. Bünstorf geht mit viel Rückenwind in ihre neue Aufgabe. Das sagt auch Bürgermeister Christian Pakusch (CDU) in seiner Reaktion.

„Ich danke Ihnen allen sehr. Ein einstimmiges Ergebnis bei solch einer Wahl ist bestimmt nicht selbstverständlich. Es ist heute schon nicht leicht, überhaupt jemanden für solche Positionen zu finden. Dann noch ein solches Ergebnis zu erhalten, ist ein wunderbarer Vertrauensbeweis“, sagt Pakusch. Bünstorf schließt sich an. „Ich freue mich sehr. Ich wohne seit 20 Jahren in Willich und freue mich darauf, in den kommenden acht Jahren die Stadt maßgeblich mitzugestalten“, erklärt sie.

Die aus dem Münsterland stammende Wahl-Schiefbahnerin studierte in Bonn Jura. Dort lernte sie ihren ebenfalls aus dem Münsterland stammenden Mann kennen und lieben. „Er ist Lehrer und kam an eine Schule in Mönchengladbach, an der er heute stellvertretender Schulleiter ist. Ich habe zunächst bei der Finanzverwaltung Düsseldorf angefangen und bin später zur Staatskanzlei gewechselt“, sagt die Beamtin. „Da war Willich einfach die logische Wahl in der Mitte.“

Die Arbeit bei der Staatskanzlei habe ihr viel Freude gemacht. „Man kann viel bewegen. Ich war allerdings vordringlich für Personalfragen verantwortlich. Inhaltlich konnte ich daher nur bedingt etwas einbringen. Außerdem ist die Arbeit dort sehr weit weg von der Basis, und die Hierarchien sind streckenweise doch sehr steil. Zukünftig ist vielleicht die Einflussmöglichkeit auf der großen Skala etwas geringer, dafür sind aber die Wirkmöglichkeiten sehr viel unmittelbarer. Vor allem bin ich direkt an der Basis, bin in Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern meiner Stadt. Das reizt mich besonders“, erläutert sie.

Darum sei die Stelle für sie in jedem Fall ein Aufstieg. „Es ist vielleicht jetzt die größere Position im kleineren Teich, aber die erwähnten direkten Einflussmöglichkeiten sind mir wichtig“, betont Bünstorf.

Bünstorf kennt die Situation
aus drei Blickwinkeln

Schon in ihrer Zeit im Stadtrat für die SPD habe sie sich vor allem mit Schule befasst. „Ich war im Sozial-, Jugendhilfe- und Schulausschuss. Es sind einfach die Themen, die mich auch als Mutter interessieren. Meine Kinder haben hier Kita und Grundschule besucht und sind jetzt auf dem Gymnasium. Entsprechend weiß ich einfach sehr gut, wovon ich rede. Ich kenne die Situation aus drei Blickwinkeln: dem Übergeordneten aus Düsseldorf, dem aus der Willicher Politik und dem als Mutter. Ich denke, das sind hervorragende Voraussetzungen“, sagt sie.

Eine fertige Idee, was sie gestalten will, habe sie nicht. „Wer wäre ich, jetzt von außen zu kommen und direkt zu sagen, was richtig wäre? Ich werde mich einarbeiten, werde mir alle Seiten ansehen und anhören und dann eruieren, was ich machen möchte. Generell ist unsere Schullandschaft aber gut aufgestellt“, sagt die künftige Beigeordnete.

Dennoch: Ihre Aufgabe wird viele Herausforderungen, gerade durch den Rechtsanspruch auf Kita- und Ganztagsbetreuung, mitbringen. Bünstorf: „Meine Erfahrung im Personalbereich schadet in der Akquise von Fachkräften sicher nicht.“

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