Willich: „Mattes“ ist wieder frisch

Willich: „Mattes“ ist wieder frisch

Kultur: Die Figur des Heiligen Matthias ist nach der Restaurierung zurück in der Pilgerkapelle auf dem Willicher Friedhof.

Willich. "Mattes" ist wieder aus der Kur zurück. Und offenkundig hat er sich dort gut erholt: Der Mann hat erkennbar Farbe bekommen, auch einige ramponierte Stellen an den alten Knochen sind gerichtet worden. Die Rede ist von der St.Matthias-Figur, die seit 2004 in der Pilgerkapelle auf dem Willicher Friedhof heimisch ist.

Im September 2008 war die Heiligenfigur auf Reisen gegangen: Die 1,60 Meter große Gipsfigur aus dem 19 .Jahrhundert, die der Matthias-Bruderschaft Willich gehört, sah nämlich ziemlich ramponiert aus und musste restauriert werden. Diese Aufgabe hatten die Experten Sabine Allroggen und Andreas Hoppenrath aus Rommerskirchen übernommen.

Vorsichtig entfernten sie mit dem Skalpell und Lösungsmitteln den zementgrauen Anstrich, mit der die Matthias-Skulptur irgendwann überpinselt worden war. Und siehe da: Darunter konnte die ursprüngliche, farbige Bemalung freigelegt und rekonstruiert werden.

Auch Beschädigungen an den Ecken wurden in Rommerskirchen beseitigt. Sogar eine Messingplakette mit den Initialen der Hersteller-Werkstatt entdeckten die Restauratoren. Über die Kosten ihrer Arbeit wurde nichts gesagt, sie dürften sich im oberen vierstelligen Euro-Bereich bewegen. Spenden halfen dabei, die Summe aufzubringen.

"Wir wussten gar nicht, wie schön die Figur ist", freute sich Toni Werres von der Pilger-Bruderschaft, als "Mattes" jetzt wieder in Willich eintraf. Dort war er 2004 heimisch geworden - zunächst als Leihgabe einer Pfarre in Kohlscheid. Im Vorjahr wurde er dann gekauft.

Viele Mitglieder der Bruderschaft waren dabei, als die Figur jetzt wieder in die Kapelle zurückgebracht wurde. Diakon Lothar Landendinger und Pfarrer Rolf Klein hielten eine kleine Andacht, die Segnung des Heiligen übernahm Klein, der selbst Matthias-Pilger ist. "Die Figur ist unser ganzer Stolz und kann jetzt wieder in der Kapelle bewundert werden", sagte Werres.

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