Neuer Greenkeeper in Willich Duvenhof-Grün soll noch natürlicher werden

Willich · Viel Erfahrung bringt der neue Verantwortliche für den Platz mit nach Willich. Der Golfplatz soll unter seiner Führung noch mehr Raum für die Natur bieten.

 Kai Thiesen (Mitte) und sein Team sind für das Grün auf dem Duvenhof verantwortlich.

Kai Thiesen (Mitte) und sein Team sind für das Grün auf dem Duvenhof verantwortlich.

Foto: Duvenhof

(svs) „Das Schönste ist, wenn ich morgens auf dem Platz unterwegs bin, die Sonne geht auf, es liegt noch ein leichter Nebel über allem und die Natur erwacht“, schwärmt Kai Thiesen. Sein Arbeitsplatz ist da, wo andere ihre Freizeit genießen: Der 49-Jährige ist neuer Head-Greenkeeper auf der Willicher Golfanlage Duvenhof und Nachfolger von Andrew Buck.

Mit seinem Team aus sechs bis acht ausgebildeten Greenkeepern und erfahrenen Mitarbeitern sorgt er künftig dafür, dass die Golfer auf beiden Plätzen optimale Spielmöglichkeiten haben. Gleichzeitig stellen sie sicher, dass der hohe ökologische Wert und der Biotop-Charakter der rund 75 Hektar umfassenden Gesamtanlage erhalten bleibt.

Der „Neue“ bringt 27 Jahre Erfahrung in der Pflege von Golfplätzen mit. Der gebürtige Bergheimer hatte schon früh das Greenkeeping für sich entdeckt. 2001 hat er eine Ausbildung zum Greenkeeper bei der Deula Kempen gemacht, 2015 folgte dort die Weitbildung zum „Head-Greenkeeper“ – quasi der Meisterbrief in seinem Arbeitsfeld. Seine beruflichen Stationen: Der Golfplatz Köln/Refrath, der älteste in NRW (als stellvertretender Head-Greenkeeper), Gut Lärchenhof bei Köln und der Golfpark Meerbusch (Head Greenkeeper) zählen dazu.

Der Kontakt zur Golfsport Willich GmbH entstand Anfang 2023 – damals fragte Thiesen für ein geplantes Projekt im Golfpark bei verschiedenen anderen Plätzen nach Erfahrungen dort. Im Lauf des Gesprächs kam die Rede auf die anstehende Vakanz. „Ich bin für Neues immer aufgeschlossen und fand das Angebot so spannend, dass ich es schließlich annahm“, fasst Thiesen zusammen. Was ihm am Duvenhof besonders gefalle, sei die leicht hügelige, modulierte Anlage mit den „tollen Gewässern“ und den Abtrennungen der Bahnen durch buschige Hecken. Seine Pflegearbeit setzt er unter die Maxime, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer nur die letzte Möglichkeit und nur in geringen Mengen bleibt.

„Wichtig bei der Pflege der Grüns ist vor allem eine sorgfältige Aerifizierung des Bodens mit Stachelwalzen und das Sanden, damit der Boden wasserdurchlässig bleibt“, sagt er. Gezielte Rückschnitte sollen einen besseren Blick auf die vielen Gewässerflächen ermöglichen. Auch Projekte wie die Zusammenarbeit mit der Imkerei van den Bongard (knapp 20 Bienenstöcke auf dem Duvenhof) oder die Anlage der mehr als zehn Blühwiesen als Nahrungsangebot für Insekten seien Pluspunkte des Duvenhof.

Wichtig sei ihm, gleichbleibend hohe Qualität auf allen Plätzen. „Auf beiden Plätzen spielen die Golfer vorgabewirksame Turniere – sie müssen Top-Spielbedingungen bieten“, sagt er. Der Duvenhof habe noch viel Potenzial. Thiesen will seine Handschrift sichtbar machen.

(svs)
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