Willich: Der Neue für die „Spatzen“

Willich: Der Neue für die „Spatzen“

Alexander Herren ist der neue Kantor an St. Katharina in Willich.

Willich. Bis jetzt hat er sich erst mal eingelesen. Seit Alexander Herren am 1. August sein neues Amt als Kantor an St. Katharina angetreten hat, "habe ich die Partituren geschaut", sagt er, "was an Projekten so läuft." Der 27-jährige Düsseldorfer ist diplomierter Kirchenmusiker und hat schon als Kind die Kirchenmusik in der Stiftsbasilika St. Lambertus in der Altstadt genossen. Später war er Ministrant, mit 13 Jahren saß er dort zum ersten Mal an der Orgel, bekam Unterricht, "und von da an wollte ich immer Kirchenmusiker werden", sagt er.

Doch zuerst hat er nach der mittleren Reife das Tischlerhandwerk gelernt, "weil Orgelbau auch viel mit Holz zu tun hat", begründet der Kirchenmusiker. "Das wäre ich auch gern geworden." Nebenberuflich hat er sich auf ein Orgel-Examen vorbereitet und 2005 die Aufnahmeprüfung für die Aachener Hochschule gemacht. Seit 2006 studierte er in Köln, an der Hochschule für Musik und Tanz. "Diese Schule hat einen internationalen Ruf", sagt er über die dortige Ausbildung.

Sobald die Schule beginnt, fangen auch die Proben der verschiedenen Chöre in St. Katharina an, und mit denen nimmt er die Arbeit an den begonnenen Projekten wieder auf. "Dann laufe ich mich warm." Direkt dienstags kommen die ganzen Kinderchöre, die Katharina-Spatzen. "Das sind ungefähr 100 Kinder", so Herren. Später der Jugendchor mit 30 Mitgliedern. Freitags probt erst die Choralschola mit acht Männern, anschließend der Kirchenchor, mit 50 Mitgliedern.

Die große Zahl an Sängern war ein wichtiger Grund für die Bewerbung in Willich. "Was hier läuft, ist schon selten", sagt er voller Anerkennung, "besonders im Hinblick darauf, dass hier so lange kein Pastor war." Ein weiteres Argument für Willich ist die Nähe zu Düsseldorf. Herren macht dort an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik noch ein Aufbaustudium. "Damit die Gemeinde hier einen Kirchenmusiker hat, der auf dem neuesten Stand ist." Zwei Semester wird das dauern. Sein Ziel ist es, jede der Gruppen mindestens einmal in sechs Wochen einen Gottesdienst singen zu lassen. "Dann zeigen wir, was wir können." Doch das soll noch bis Januar warten, da die Kirche momentan renoviert wird.

Geplant ist, bei der feierlichen Einweihung am 17. Januar die Krönungsmesse und die Vesperae solennes de confessore von Mozart aufzuführen. Dann will er auch die Konzertreihe aufleben lassen, in deren Rahmen er zeigen will, was er selbst kann. Dabei denkt er an Stücke der französischen Romantik und Bach. "Das geht gut, auf dieser Orgel", sagt er. Auf der hat er bei seinem Vorstellungsgespräch noch vorspielen können, bevor sie wegen der Renovierung der Kirche eingepackt wurde. Vielleicht wird es aber gar nicht mehr ganz so lange dauern: "Wir glauben daran, dass wir am zweiten Weihnachtstag die Krönungsmesse in der frisch renovierten Kirche geben werden", sagt er.

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