Kommunalwahl Christian Pakusch übernimmt nach 21 Jahren für Josef Heyes

Willich · Die Grünen gewinnen kräftig hinzu, die SPD verliert dramatisch an Stimmen.

 Willichs zukünftiger Bürgermeister, der 36-jährige Christdemokrat Christian Pakusch bei seinem Urnengang am Sonntag.

Willichs zukünftiger Bürgermeister, der 36-jährige Christdemokrat Christian Pakusch bei seinem Urnengang am Sonntag.

Foto: Norbert Prümen (nop)

. Keine der drei großen Parteien in Willich dürfte nach diesem Abend sagen können, dass das Wahlergebnis für sie „okay“ sei. Es war ein Abend mit deutlichen Verlierern und Gewinnern und einem Wahlsieger, den das Ergebnis nicht gänzlich zufrieden stellen dürfte.

Aber zunächst die Fakten: CDU-Mann Christian Pakusch gewinnt die Bürgermeisterwahl mit 56,1 Prozent, seine Mitbewerber Dietmar Winkels von der SPD und die Grüne Claudia Poetsch, die auch von der Wählergemeinschaft „Für Willich“ unterstützt wurde, holten
15,6 beziehungsweise 28,3 Prozent der Stimmen.

Keine Stichwahl, aber
auch kein überragender Sieg

Damit ist klar: Die Stichwahl, mit der niemand so wirklich gerechnet hatte, wird es in Willich auch nicht geben – dafür aber weiterhin einen CDU-Bürgermeister. Nach 21 Jahren im Amt übergibt Josef Heyes an Christian Pakusch. Das wurde so erwartet, viele hatten allerdings einen deutlicheren Sieg für Pakusch kommen sehen.

Der 36-Jährige äußerte sich nach Bekanntgabe des finalen Ergebnisses um kurz nach 22 Uhr aber mehr als zufrieden. „Ich bin wirklich glücklich“, so Pakusch über seine direkte Wahl zum Bürgermeister. „Das ist ein ganz großartiger Vertrauensvorschuss. Phänomenal.“

Auch mit seinem prozentualen Abschneiden sei er zufrieden. „Das ist ein ehrliches Ergebnis. Nach 21 Jahren Josef Heyes kommt nun jemand Neues. Und der ist auch noch 36 Jahre alt. Das ist für den einen oder anderen schon noch ein Thema.“

Der Gewinner des Abends waren eindeutig die Willicher Grünen, allen voran Bürgermeisterkandidatin Claudia
Poetsch, die über 28 Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte. Im Gespräch mit der WZ vor der Wahl hatte die Kandidatin sich Chancen ausgerechnet, in die Stichwahl zu kommen. Dass es dazu nun nicht kommt, liegt allerdings nicht daran, dass sie schlecht abgeschnitten hätte, sondern dass CDU-Mann Pakusch die 50-Prozent-Hürde eben gleich auf Anhieb schaffte.

„Die Stichwahl war das erklärte Ziel. Das war auch schon ambitioniert, aber nicht unmöglich“, sagte Poetsch am Sonntagabend. Sie und ihr Team seien mit dem Ergebnis „total zufrieden“  besonders mit Blick auf die Ratswahl. Dabei räumten die Grünen nahezu doppelt so viele Prozentpunkte ab, wie noch vor sechs Jahren. „Und wir haben es geschafft, mich bekannt zu machen“, so Poetsch. „Bislang war ich ja noch nicht mal Ratsmitglied.“

Dietmar Winkels bedankt
sich für „fairen Wahlkampf“

Für die Sozialdemokraten in Willich brachte die Kommunalwahl 2020 eine herbe Niederlage. Bei der Ratswahl blieb die SPD deutlich unter 20 Prozent, bei der letzten Kommunalwahl waren es noch deutlich mehr als 20 gewesen (siehe Kasten). Und auch Dietmar Winkels, Bürgermeisterkandidat der SPD, konnte mit seinem Ergebnis nicht glücklich sein. „Natürlich hatte ich mir etwas mehr vorgestellt, aber die Bürger haben nun entschieden“, sagt er kurz vor Bekanntwerden des endgültigen Wahlergebnisses.

Er bedanke sich aber bei seinen Mitkandidaten, insbesondere bei Claudia Poetsch, für „einen überaus faieren Wahlkampf“.

In Richtung Christian Pakusch sagte er: „Ich gratuliere ihm ganz herzlich“, und er wünschte ihm für die kommenden fünf Jahre ein „gutes Händchen, um Willich gut zu regieren“.

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