Willich: Bürger sollen Energie sparen

Bei der Senkung der CO2-Emissionen spielen Privathaushalte eine wichtige Rolle. Die Stadt will über Sparmöglichkeiten aufklären.

Willich. Es sind hehre Ziele, die sich die Stadt da gesetzt hat: Bis zum Jahr 2020 sollen die Treibhausemissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. Die Teilnahme am "European Energy Award" war ein erster Schritt auf diesem Weg, die am europäischen Bürgermeisterkonvent ein zweiter. Bürgermeister Josef Heyes hat sich Anfang des Monats in Brüssel stellvertretend für die Stadt Willich dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß zu senken.

"Das ist allerdings ohne das Engagement der Bürger kaum zu schaffen", sagt Franz-Karl Hübner vom Geschäftsbereich Stadtplanung. "Denn nicht weniger als 30 Prozent der Energie werden in Privathaushalten verbraucht." Hinzu komme, dass in Willich 70bis 80 Prozent der Häuser Altbauten seien. "Deswegen gibt es einen sehr hohen energetischen Sanierungsbedarf."

Zum Altbaubestand gehören alle Häuser, die älter als 30 Jahre alt sind. Und auf deren Besitzer hat es die Stadt jetzt abgesehen: "Hauseigentümer werden an einem Infoabend in der kommenden Woche gezielt angesprochen", sagt Bürgermeister Josef Heyes.

Im Rahmen des Willicher Wirtschaftsfrühlings hatte die Stadt bereits die ansässigen Firmen über Möglichkeiten der Energieeinsparung informiert, jetzt ist die Bürgerschaft an der Reihe. Am kommenden Dienstag können sich Hausbesitzer im Gründerzentrum Willich über Möglichkeiten der Modernisierung informieren.

Mitarbeiter von Infas Enermetric halten einen Vortrag zum Klimaschutzkonzept der Stadt, das von der Bundesregierung unterstützt wird. Anschließend wird es um allgemeine Fragen zur Altbausanierung gehen, bevor in einer offenen Diskussionsrunde jeder seine Fragen loswerden kann. Infas Enermetric hat bereits den Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften, der hiesigen Wirtschaft, des Verkehrs und der Privathaushalte erfasst.

In einem zweiten Schritt sollen demnächst geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs erarbeitet und umgesetzt werden. Bei der Infoveranstaltung soll es neben Aspekten des Umweltschutzes aber auch ganz konkret ums Geld gehen:

"Unser Hauptziel besteht zwar darin, Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß zu senken", sagt Heyes. "Aber mit einem modern isolierten Haus lässt sich mittelfristig auch eine Menge Geld sparen."

Klaus Klinkenberg, bei der Stadt für Liegenschaften zuständig, sieht das genauso. "Es macht sogar Sinn, mehr zu tun, als die Energieeinsparverordnung vorsieht", sagt er.

Es gebe für verschiedene bauliche Maßnahmen im Bereich der energetischen Modernisierung staatliche Zuschüsse und günstige Darlehen. Bürgermeister Heyes setzt jetzt auf Aufklärung - nur so könnten die gesteckten Ziele gemeinsam mit den Bürgern erreicht werden.

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