Politik: Wilhelmplatz: Anwohner sind unzufrieden

Politik : Wilhelmplatz: Anwohner sind unzufrieden

CDU stößt eine Diskussion über Zustand, Sicherheit und Ordnung im Innenstadt-Areal an.

 Torsten Frick (FDP) sprach im Hauptausschuss von einem „Schauantrag“, Bürgermeister Thomas Goßen davon, dass das objektive und subjektive Sicherheitsempfinden unterschiedlich sei und dass bisher die Kriminalitätsstatistik für Tönisvorst keine besonderen Auffälligkeiten zeige. Es ging einmal mehr um den Wilhelmplatz in St. Tönis. Die Äußerungen brachten Unionsmitglieder, allen voran Christiane Tille-Gander und Andreas Hamacher, ganz schön auf die Palme. „Darum geht es doch gar nicht, es geht vielmehr um die Ruhestörungen, über die sich die direkten Anwohner beschweren, um die Verunreinigungen und um das miserable Entree, das die Leute täglich erleben, wenn sie dort aus der Straßenbahn aussteigen.“ Die CDU hatte einen Antrag gestellt, dort in erster Linie für mehr Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Tenor: Bereich verträgt eine städtebauliche Aufwertung

Hamacher begründete das Anliegen: In Bürger-Sprechstunden hätten Anwohner deutlich beklagt, wie sich manche Leute auf dem Platz benehmen. Hinzu komme das äußere Erscheinungsbild dieses Platzes, „der in einem erbarmungswürdigen Zustand ist“. Einige würden aus Angst und Sorge um ihre Sicherheit den Platz meiden.

Goßen gestand im Laufe der Diskussion ein, dass ihn die Schilderungen nachdenklich stimmen würden, dass es offenbar nicht damit getan sei, Sitzmöglichkeiten abzubauen und durch den drastischen Schnitt des Grüns dunkle und versteckte Ecken zu vermeiden. Er vertrat auch die Ansicht, dass der Platz im Bereich von Willicher und Mühlenstraße mit den vielen Alt-Bauten städtebaulich aufgewertet werden müsse. In Kürze komme es, ergänzte Goßen, mit Vertretern der Kreis-Polizeibehörde zu einer weiteren „Sicherheitskonferenz“. Die wolle er abwarten, aber auf Schwachstellen erneut hinweisen.

Hans Joachim Kremser (SPD) sprach davon, dass es zum laufenden Geschäft der Verwaltung gehöre, dort für Sicherheit und Ordnung zu sorgen: „Zumal der Platz fast unter dem Fenster des Bürgermeister-Büros liegt.“ Es sei nicht damit getan, auf dem Platz die Ansammlung von Ruhestörern zu vermeiden: „Dann treffen die sich halt irgendwo anders.“ Kremser brachte erneut einen Streetworker ins Gespräch, den man dringend brauche. Helge Schwarz (SPD) erinnerte daran, dass die Stadtwerke Krefeld in den nächsten Jahren die Haltestellen umgestalten und modernisieren wollen. Dies wünschte er sich auch für so manche Altbau-Fassaden im direkten Umfeld.

Die Verwaltung will alles noch einmal grundlegend überprüfen. Da sich die CDU in ihrem Antrag hin zu einer besseren Aufenthaltsqualität „infrastrukturelle, wirtschaftspolitische, ordnungsrechtliche, schutzpräventive und sozialpolitische Maßnahmen“ gewünscht hatte, sollen sich jetzt mehrere Fachausschüsse damit beschäftigen. Das „Gesamtpaket“ mit Verbesserungsvorschlägen soll wieder dem Hauptausschuss vorgelegt werden. schö

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