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Wie sich die FDP die weiteren Planungen des Campus-Projektes vorstellt

Campus-Projekt in Tönisvorst : Ein Ja mit Bedingungen

(aflo) Die FDP Tönisvorst hat sich zum politischen Verlauf des Jahres 2021 und den Positionen für das kommende Jahr geäußert , und sich zu einem vorsichtigen „Ja, aber“ beim Campus-Projekt durchgerungen.

„2021 war das erste volle Jahr, in dem der neu gewählte Rat arbeiten konnte. Erfreut hat uns, dass viele Projekte angepackt wurden und dass das Bemühen zu spüren ist, nicht unnötig Zeit zu verlieren“, heißt es in einer Mitteilung der Freidemokraten. „Andererseits empfinden wir es als bedauerlichen Rückschritt, dass die neue Mehrheit im Rat und in den Ausschüssen dabei die Suche nach dem Konsens aus den Augen verliert und sich stattdessen gerne – und wesentlich häufiger als frühere Ratsmehrheiten – mit knappen Mehrheiten zufriedengibt.“  Die FDP sehe hier die Gefahr, „dass die Polarisierung noch zunimmt und dass der parteipolitische Streit gegenüber einem vernünftigen Miteinander die Oberhand gewinnt.“ Das Großprojekt „Campus Tönisvorst“ werde diesbezüglich ein wichtiger Gradmesser sein. „Es ist unseres Erachtens fraglich, ob das Bürgerbegehren nötig gewesen wäre, wenn man seitens der Mehrheit kompromissfähiger gewesen wäre“, sagte der Ortsverbandsvorsitzende Marcus Thienenkamp der WZ.

Was das Campus-Projekt an sich angeht, sei man „wie viele andere in unserer Stadt“ von dem vorgestellten „Großen Wurf“ überrascht gewesen. Den Grundsatz, in Bildung zu investieren, habe man begrüsst, aber die Aufklärung über alle Rahmenbedingungen für wichtig erachtet.

Dementsprechend habe man in den Gremien und Sitzungen der Stadt „sachlich und projektbezogen“ viele Fragen gestellt und es so geschafft, die Diskussion zum Projekt in der Stadt deutlich mitzubestimmen.“ Alle Fragen wurden ernst genommen und in akzeptabler Zeit umfassend und konstruktiv beantwortet. Man danke dem Bürgermeister Leuchtenberg, der Kämmerin Waßen und der gesamten Verwaltungsspitze.

Alle Alternativen müssen
geprüft werden

Deshalb könne man sich jetzt auch positionieren. „Wir sagen heute – wir sind für das Projekt.“ Das sei kein Schwenk um 180 Grad, sagte Thienenkamp. Man sei immer sehr kritisch unterwegs gewesen, „aber wir möchten aus der Kritikerecke rauskommen.“ Als Voraussetzung für eine Unterstützung fordert die FDP,  neben der Ursprungsvariante mit Rathaus, Michael-Ende-Gymnasium(MEG) und Rupert-Neudeck-Gesamtschule (RNG) auf dem Campus die Idee, das MEG am Corneliusfeld und das Rathaus und das RNG am Campus-Gelände zu belassen, und die Bürgeralternative „CampCorn“ zu prüfen und zu rechnen. „Für und gegen jede dieser Alternativen spricht viel, und die Abwägung der Politik sollte auf Fakten und Konzepten beruhen.“

Am besten wäre es, das Beste aus allen Konzepten zusammenzubringen, so Thienenkamp. „Da kommt es nicht auf gewinnen oder verlieren an, sondern auf die beste Lösung für die Stadt.“ Außerdem hätten die pädagogischen Konzepte und Bedürfnisse beider Schulen „oberste Priorität“, was auch  die mittelfristige Planung mit möglicherweise noch steigendem Raumbedarf in der Zukunft betrifft. Zwei Turnhallen müssten in jedem Fall Bestandteil der Lösung sein. „Mit nur einer Dreifachturnhalle und der Nutzung eines Daches, da wird man nicht mit hinkommen“, sagte Thienenkamp. Und die finanzielle Investitionsrechnung, so die FDP, „muss aufgehen, ohne Tricks und ohne zu viel Gottvertrauen.“