Wie gut ist das Wasser im Hospital?

Wie gut ist das Wasser im Hospital?

Gesundheitsamt hat Untersuchungen angeordnet, um Gefahren auszuschließen.

Willich. Das leer stehende Katharinen-Hospital kann möglicherweise nicht so schnell als Notunterkunft für Asylbewerber genutzt werden, wie es sich die zuständige Bezirksregierung Arnsberg vorgestellt hatte. Grund: Das Kreisgesundheitsamt Viersen hat zusätzliche Trinkwasser-Untersuchungen angeordnet, um eine Gesundheitsgefährdung der Flüchtlinge — etwa durch Legionellen — auszuschließen.

Wie Amtsärztin Dr. Martina Kruß im Gespräch mit der WZ erläuterte, muss das Wasser, das aus der Leitung kommt, gewissen Ansprüchen genügen, wenn es an die Öffentlichkeit — also an die Flüchtlinge — abgegeben wird. Das schreibe die Trinkwasserverordnung so vor.

Im Katharinen-Hospital kommen offenbar zwei Punkte zusammen, die aus Sicht des Gesundheitsamtes problematisch sind: Die Leitungen im Haus sind alt und hätten wohl ohnehin bald erneuert werden müssen. Außerdem wurden sie seit Monaten nicht benutzt, denn schon vor der offiziellen Aufgabe der Klinik Ende Juni seien einige Stationen ausgelagert gewesen, sagt die Amtsärztin: „Und wenn feuchte Rohrleitungen lange leer stehen, klatschen die Keime in die Hände.“

Ohne Trinkwasseruntersuchungen dürfe das Krankenhaus nicht freigegeben werden, betont Martina Kruß. Es seien daher Probe-Entnahmestellen festgelegt worden. Die Untersuchungen selbst müsse die Bezirksregierung Arnsberg in Auftrag geben. „Wir warten dann auf die Befunde.“ Wenn diese vorlägen, könne man das weitere Vorgehen abstimmen.

In Arnsberg bestätigte ein Vertreter der Bezirksregierung, dass es Untersuchungen des Trinkwassers gebe. Ergebnisse hatte er am Freitag allerdings noch nicht vorliegen. Dass die Behörde das Trinkwasserproblem ernst nimmt, hatte ihr Sprecher Christoph Söbbeler schon vor einigen Tagen gegenüber der WZ betont: Man prüfe genau, denn „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“.

Eigentlich sollten noch in diesem Monat Flüchtlinge im Katharinen-Hospital untergebracht werden. Ob dieser Zeitplan tatsächlich zu halten ist, erscheint im Moment fraglich.

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