Werbering St. Tönis: Die Zeichen stehen auf Umbruch

Werbering St. Tönis: Die Zeichen stehen auf Umbruch

Reinhardt Rötgerkamp (59) traut sich persönlich und konzeptionell die Verantwortung in einer Nach-Robben-Ära zu.

St. Tönis. Reinhardt Rötgerkamp könnte für die Niederrhein Tourismus GmbH hochinteressant sein. Denn der gebürtige Stuttgarter hat sein Herz an die Region verloren. Das „sympathische St. Tönis“ ist längst seine Heimat. „Vor 25 Jahren haben meine Frau und ich es kennengelernt“, nachdem Rötgerkamp beruflich vom Schwabenland nach Düsseldorf gewechselt war. „Wir haben uns hier von Anfang an sehr wohlgefühlt“, sagt er. „Die Rheinländer passen zu uns.“

Foto: Kurt Lübke

Und weil der Stuttgarter hier Wurzeln geschlagen hat, sich der Stadt verbunden fühlt, will er sich auch engagieren. Er könnte, wenn die Mitglieder des Werberings St. Tönis am 26. September bei den Neuwahlen mehrheitlich ja sagen zu dem 59-Jährigen und seinem neuen Konzept für die Vereinsarbeit, das neue Gesicht im Vorstand werden. Und die Nach-Robben- und Peeren-Ära einleiten.

Foto: Reimann

Stefan Robben (noch 1. Vorsitzender) und Ulrich Peeren (noch Finanzwart) wollen in die zweite Reihe treten, könnten sich aber künftig weiterhin Beisitzer-Ämter vorstellen.

Rötgerkamp, der als Manager in Düsseldorf tätig ist, will nach zehnjähriger einfacher Werbering-Mitgliedschaft nun mit an der Spitze den Weg der personellen und thematischen Neuausrichtung einschlagen.

An seiner Seite könnte, wenn er per Wahl bestätigt wird, Rino Caruana (Wirt des Ravvivi) stehen. Caruana ist Zweiter Vorsitzender, „würde sich auch in Zukunft für ein Vorstandsamt zur Verfügung stellen und sich dann im neu formierten Team engagieren“, so Andrea Leuchten, Pressesprecherin des Werberings, in einer Pressemitteilung.

„Mein Mann möchte etwas bewegen“, sagt Silvia Rötgerkamp, Geschäftsführerin der Firma RLS Licht GmbH am Ostring. Sie trägt die Entscheidung ihres Mannes für das Ehreamt mit, werde sich aber ansonsten neutral halten. RLS Licht hat sich in Tönisvorst unter anderem durch die Lichternacht einen Namen gemacht.

„Ich möchte die Balance schaffen, zwischen dem, was gut war und dem, was man verbessern kann“, sagt Rötgerkamp. Eines seiner Anliegen ist es, die Kommunikation zwischen den Werbering-Mitgliedern zu verbessern, eine Einheit zu formen, „von der alle profitieren“. Er scheut auch nicht, im September „volles Risiko“ zu gehen. „Denn die Umbruchstimmung ist da“, sagt Rötgerkamp. Er möchte gemeinsam mit Caruana und anderen, die dem Vorstand signalisiert haben, dass sie bereit wären, Aufgaben zu übernehmen, ein Konzept erarbeiten und am Abend der Neuwahlen, am 26. September, vorstellen. 20 positive Rückmeldung hatte die Vorstandsabfrage erhalten.

Rötgerkamp möchte etwas größer, meint überregionaler, denken, wenn er beispielsweise auf Sponsorensuche geht: Partner wie SWK Krefeld, NEW oder Sparkasse will er für ein Engagement für Tönisvorst begeistern, mehr als Spenden entlang der Hochstraße sammeln. „In Kempen beispielsweise steht oft eine große Bühne mit SWK-Werbung.“ Warum Ähnliches nicht für Tönisvorst erreichen?

Vor einigen Tagen hat Rötgerkamp Bürgermeister Thomas Goßen getroffen. Mit ihm will er bald einen Gesprächstermin vereinbaren, um ihm erste Ideen für eine mögliche Werbering-Zukunft zu erläutern.

Im ständigen Austausch befindet sich der Vorstands-Kandidat bereits mit Markus Ottersbach, dem Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Krefeld-Kempen-Viersen, der mit Robben den Erneuungsprozess begleitet hat. „Der Mann ist klasse!“

Mehr von Westdeutsche Zeitung