Werbering: Austausch verbessern

Bis 18. Mai sollen sich Mitglieder äußern, ob sie sich einen Vorstandsposten vorstellen können.

St. Tönis. Der Austausch untereinander sei „suboptimal“, der Zusammenhalt lasse zu wünschen übrig. . . Spräche man von atmosphärischen Störungen in einer Familie, man würde ihr sofort ein Wochenende verordnen — mit gemeinsamer Zeit zum Reden und Aktivitäten, die das Wir-Gefühl stärken.

Der Werbering St. Tönis ist so etwas wie eine Großfamilie. In ihm sind viele Menschen unterschiedlichen Anspruchs an die Gruppe vereint.

Vieles ist dort gut. Aber unter diesem Dach ist auch ein Ach. Das haben zwei Workshopabende gezeigt, die Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Krefeld/Kempen/Viersen moderiert und begleitet hat, um den Werbering nicht nur personell zukunftsfähig zu machen.

„Suboptimal“ — ein starkes Wort. „Ja“, räumt Ottersbach ein, „aber es ist so!“

Zu den Hauptaufgaben des Werberings zählten die Durchführung von Veranstaltungen wie der Lichternacht, Projekte wie die Weihnachtsmarkenverlosung oder der Internet-Auftritt und eben der Punkt „Kommunikation“. Dieser Informationsaustausch aber sei kritisiert worden — als Missstand übrigens beklagt in beide Richtungen — von Vorstand zu Mitgliedern und umgekehrt. Das Problem ist nun offengelegt, angesprochen und soll demnächst unter neuer Führungsmannschaft abgestellt werden.

Der personelle Wechsel an der Spitze des Werberings ist kein Geheimnis mehr. Stefan Robben als 1. Vorsitzender und Ulrich Peeren als Mann für die Finanzen haben bereits frühzeitig angesprochen, dass sie ihren Rückzug aus der Spitzenverantwortung planen und einen geordneten und möglichst reibungslosen Übergang vollziehen wollen.

Wer macht’s? Oder anders gefragt: Wer macht wenigstens etwas im Rahmen seiner Möglichkeiten im Werbering? Ottersbach: „Das kann schon der Hinweis sein, dass man bei einem vom Werbering organisierten Fest beim Aufbau helfen kann.“ Bis zum 18. Mai sollen sich möglichst alle Mitglieder dazu äußern und ein Feedback an Robben oder Ottersbach senden.

„Ziel ist es, gute Leute zu finden“, sagt Ottersbach. Bis Mitte Mai warten Robben und er die Rückmeldungen ab, gehen dann in den Austausch. „Dann gucken wir. Wenn nix kommt, dann ist das eindeutig zu wenig.“ Das erwartet Ottersbach allerdings nicht. „Wir haben schon in Anrath, Grefrath, Hüls und Fischeln Lösungen gefunden.“

Mehr Zusammenhalt anstreben, auch das sei ein Ziel des Werberings in Zukunft. „Es ist eine Schicksalsgemeinschaft. Struktur, Mischung, Optik im Ortskern, seine Ausstrahlung — das ist ein Standortfaktor, um Kunden zu ziehen und zu halten.“ Auch vor St. Tönis mache, so Ottersbach, der gesellschaftliche Trend zur Individualisierung nicht Halt, „Es gibt weniger Treffen, direkte Austausche der Händler vor Ort.“ Die Kommunikation und ihre Möglichkeiten haben sich verändert. Es wird, das ist sicher, in St. Tönis weiter miteinander geredet. Spätestens nach dem 18. Mai.

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