Radverkehr in St. Tönis Weiter Diskussion über Fahrradstraße am Schulzentrum

St. Tönis · Im Verkehrsausschuss war die Corneliusstraße in St. Tönis wieder Thema. Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag, das Thema Fahrradstraße zu beerdigen. Nach den Osterferien sollen die Verkehrsströme gemessen werden.

Verkehrsschilder an der Corneliusstraße verbieten es Autofahrern seit Juni, Radfahrer zu überholen.

Verkehrsschilder an der Corneliusstraße verbieten es Autofahrern seit Juni, Radfahrer zu überholen.

Foto: Marc Schütz

(msc) Die Beantwortung der Frage, ob aus der Corneliusstraße in St. Tönis (oder einem Teil der Straße) eine Fahrradstraße wird, wird wohl noch ein paar Monate dauern – auch wenn dies eigentlich bereits von der Politik beschlossen wurde. Doch zumindest zeigten sich die Mitglieder des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Verkehr in ihrer jüngsten Sitzung froh darüber, dass sich Simon Wack, neuer Mitarbeiter im Ordnungsamt, nun des Themas angenommen hat und die nötige Kompetenz mitbringt.

Er hatte zur Sitzung die allgemeinen rechtlichen und baulichen Rahmenbedingungen für Fahrradstraßen zusammengefasst. Nun muss aber noch genauer hingeschaut werden, inwiefern die Corneliusstraße „umgebaut“ werden müsste (auch der Wegfall von Parkplätzen ist möglich), zudem sollen nach den Osterferien zwölf Tage lang die Verkehrsströme gemessen werden.

Fahrradstraßen sind dem Fahrradverkehr vorbehalten. Eine Nutzung durch andere Fahrzeuge ist nur bei Zusatzzeichen möglich. Solche Zeichen sollen in St. Tönis aufgehängt werden, damit die Häuser, das Schulzentrum samt Corneliusforum und die anliegenden Vereine mit dem Auto erreichbar bleiben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 Kilometer pro Stunde. Auf einer Fahrradstraße haben Radfahrer das Recht, nebeneinander zu fahren. Sie sind für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Timo Schönen (SPD) äußerte die Hoffnung, dass der Ausschuss zur Sitzung am 26. April alle Infos hat, um endgültig zu entscheiden. Daniel Ponten (GUT) sagte, die jetzigen Aussagen der Verwaltung zur Umsetzbarkeit der Fahrradstraße widersprächen zum Teil früheren Aussagen. Ordnungsamtsmitarbeiter Wack erklärte, der damalige Beschluss sei schwierig umzusetzen, da die Voraussetzungen für die Einführung einer Fahrradstraße nicht besprochen worden und teilweise nicht gegeben seien. Zudem müssten Fahrradstraßen in ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept eingebettet sein.

Aus Sicht der CDU könnte man das Thema Fahrradstraße Corneliusstraße allerdings schon jetzt beerdigen, da eine Voraussetzung für die Einführung ist, dass „der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist“, wie Wack ausgeführt hatte.

Christian Rütten (CDU) sagte, dies sei auf der Corneliusstraße nicht der Fall und werde es auch künftig nicht sein. Zudem sei durch das Aufhängen der sechs Verkehrsschilder „Verbot des Überholens einspuriger Fahrzeuge“ im Juni vergangenen Jahres das Ziel der Temporeduzierung bereits erreicht worden. Die Schilder verbieten – vereinfacht gesagt – Autofahrern das Überholen von Fahrrad- und Motorradfahrern.

Die CDU beantragte daher, dass die Corneliusstraße nicht als Fahrradstraße ausgewiesen und der jetzige Zustand beibehalten wird. Der Antrag wurde allerdings mit einer Stimme Differenz abgelehnt.

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