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Willich/Tönisvorst: Weißes Gespinst und roter Helm

Willich/Tönisvorst : Weißes Gespinst und roter Helm

Im Geflüster geht es um Motten, Feuerwehr und Sirenen sowie um Musiker und Boxer.

Willich/Tönisvorst. „Irgend so ein Spinner“, hat WZ-Fotograf Kurt Lübke vielsagend über das Bild geschrieben. Was aber nicht als Beleidigung zu verstehen ist. Vielmehr hat er in Clörath auf den Auslöser seiner Kamera gedrückt — und Kunst in der Natur fotografiert. Doch vermutlich kein „Spinner“, sondern die sogenannte Gespinstmotte hat dort einen Baum komplett mit einem weißen Netz überzogen. Das ergab eine Internet-Recherche des „Flüsterers“. Selbst an Halloween könnte ein solches Gespinst nicht schöner sein. Die gute Nachricht: Die Pflanzen überstehen einen Befall im Normallfall unbeschadet und treiben im nächsten Jahr wieder aus.

Willich/Tönisvorst: Weißes Gespinst und roter Helm
Foto: Feuerwehr Tönisvorst

Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst, Rolf Peschken, hatte beim jüngsten Übungsdienst des Löschzuges St. Tönis das Vergnügen, seinen Sohn Tim zum Brandmeister befördern zu dürfen. Denn Tim Peschken hat am Institut der Feuerwehr in Münster erfolgreich einen mehrwöchigen Gruppenführerlehrgang abgeschlossen. Er ist 29 Jahre alt und engagiert sich seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst. Im Hauptberuf ist er als Berufsfeuerwehrmann bei der Hauptamtlichen Wache der Freiwilligen Feuerwehr Viersen tätig. Neben seinem neuen Dienstgradabzeichen erhielt er, als Zeichen für seine neue Funktion als Gruppenführer, aus den Händen seines Vaters einen roten Feuerwehrhelm.

Willich/Tönisvorst: Weißes Gespinst und roter Helm
Foto: Fruhen

Sven Post war bei der Auftakt-Pressekonferenz der Schlossfestspiele in Neersen ein gefragter Mann. Mal wurde er bei der Vorstellung des Ensembles als Schauspieler, dann wieder als Regisseur aufgerufen. Und auch die Jungen Schlossfestspiele leitet der vielseitige Mann seit Jahren. Als Intendant Jan Bodinus seinen Namen deshalb schon zum dritten Mal von der Besetzungsliste ablas, kommentierte dies Comedian Kalle Pohl ganz trocken an die Adresse von Sven Post: „Hast du die Liste selbst geschrieben?“

Willich/Tönisvorst: Weißes Gespinst und roter Helm

Ein bekanntes Gesicht aus Tönisvorst war beim Auftakt der Festspiele in Neersen ebenfalls zu sehen: Heinz Hox gehört zum Ensemble. Der musikalische Tausendsassa wird im Singspiel „Im weißen Rössl“ als Musiker aktiv werden.

Willich/Tönisvorst: Weißes Gespinst und roter Helm
Foto: Fruhen

Da staunte der Willicher Bürgermeister Josef Heyes, als er kürzlich von einem Termin zurück in sein Büro im Neersener Schloss kam: Auf einer langen Leiter im Raum stand ein Handwerker und montierte etwas an der Decke. Auf Nachfrage erfuhr Heyes, dass es sich dabei um eine Brandsirene handelt. Denn da das Bürgermeisterbüro über schallgedämmte Türen verfüge, könne man darin im Brandfall den Alarm nicht hören. Deshalb sei die Sirene laut Brandschutz dringend notwendig. „Dabei kann ich im Sommer sogar die Proben auf der Festspielbühne hören“, kommentiert Josef Heyes.

Willich/Tönisvorst: Weißes Gespinst und roter Helm
Foto: kul, TV Schiefbahn/Nellessen

„Ich, der Boxer.“ So hat der Fotograf Kurt W. Fruhen aus St. Tönis ein Bild genannt, das er an den Flüsterer geschickt hat. Dabei hat er sich in die Rolle des Hundes versetzt, der ihm am Rande des Mairitts in Grefrath aufgefallen war. „Im Moment habe ich genug Pferde — mit oder ohne Reiter — und Kutschen gesehen. Und jetzt rückt mir noch dieser aufdringliche Typ mit seiner Kamera auf die Pelle. Da fragt der mich doch, ob er mich fotografieren darf, und dann sollte ich auch noch ruhig sitzen. Damit ich den nur schnell loswerde, musste mein Herrchen mit einem Leckerli nachhelfen. Dem aufdringlichen Fotografen habe ich aber nicht meinen Namen genannt.“ So hat es Kurt W. Fruhen dem namenlosen Boxer in die hübsche Schnauze gelegt.

Im Juli feiert sie ihren 80. Geburtstag. Dann dürften die Niederrheinerin Maria Nellessen auch Glückwünsche von Familie Burger vom Gasthof „Krone—Post“ in Simonswald erreichen. Denn die Nettetalerin Maria Nellessen ist im Schwarzwald unlängst für ihre langjährige Treue geehrt worden. Seit 25 Jahren bietet sie Schwarzwaldfahrten an und bringt durchschnittlich 40 Personen nach Simonswald, darunter auch viele Willicher und Tönisvorster — und das nicht nur einmal im Jahr.

Als ehemalige Busfahrerin und nun als Reisebegleiterin — jetzt im Auftrag des Unternehmens Pelmter — ist Maria Nellessen für viele Bürger im Kreis Viersen ein Begriff. „Ich bin 44 Jahre lang Bus gefahren — auch an Feiertagen. Das war immer mein Traumberuf. Ich bin überall gewesen, habe die Welt gesehen.“ Seit Mitte 2014 sitzt Maria Nellessen nicht mehr selbst am Steuer, aber auf den von ihr geplanten meist einwöchigen Schwarzwaldtouren immer mit im Bus. Dann auch mit Vorfreude auf Familie Burger.

Sie ist neu im Team der Praxis Physio 22 — und hat gleich die Zusatzqualifikation zu einem seltenen Therapieangebot bestanden: Laura Vieten (22) ist Schroth-Therapeutin. Darunter versteht man eine dreidimensionale Wirbelsäulentherapie speziell für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Diagnose Skoliose. „Diese Therapie ist sehr effektiv, besonders wenn sie bereits im Wachstum angewendet wird, lindert Schmerzen und kann sogar das Tragen eines sonst notwendigen Korsetts überflüssig machen“, sagt Anita Reimann, Inhaberin von Physio 22 an der Schmelzerstraße im Willicher Stahlwerk Becker.

Kinder aus Schiefbahn erlebten jetzt gleich zwei besondere Tage mit den Rhein Vikings — der 2. Ligamannschaft der HSG Neuss/Düsseldorf. Zuerst durften die Kinder der Integrativen Sportgruppen des TV Schiefbahn beim Spiel der Vikings gegen den EHV Aue mit in die Halle einlaufen — alle Mann hoch und auch ganz selbstverständlich die Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. „Es war einfach nur überwältigend, mit was für einer Selbstverständlichkeit die Kinder von den Profis aufgenommen wurden. Sie fühlten sich so, als wenn sie dazu gehören würden“, schildert Stephan Adomeitis, der die Gruppen betreut. Dem sportlichen Leiter der Rhein Vikings, Rene Witte, gelang es dann aber noch, die Aktion zu übertreffen: Er organisierte ein gemeinsames Training mit den Handballprofis der Rhein Vikings im Castello in Düsseldorf. Trainer Ceven Klatt begrüßte alle so, als seien sie ein Teil der Mannschaft — die Kinder und die Profis fanden schnell zueinander und dann begann ein tolles Training für alle. Klatt schaffte es, gesunde Kinder, solche mit Spastik, Seh- und geistiger Behinderung sowie seine Profis in kurzer Zeit zu einer Einheit zu formen. „Wenn man diese bunte Truppe sah, hatte man das Gefühl, sie sind schon immer als Einheit zusammen gewesen. Es wurden auch richtige Trainingsspiele ausgeführt“, berichtet Adomeitis. Die Kinder waren außer sich vor Freude darüber, mit den Profis zu spielen. „Das alles, was wir dort bei den Vikings erleben durften, war gelebte ehrliche Inklusion. Im harten Profialltag so viel Menschlichkeit gegenüber besonderen Kinder zu zeigen, hat unsere größte Hochachtung verdient. Hut ab vor dieser Leistung“, betont Stephan Adomeitis.

Biozertifizierte Mietgärten: Die Ackerhelden-Saison in Anrath startete am 8. Mai — und mit ihr das gemeinsame Projekt der Ackerhelden machen Schule gGmbH und dem Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Krefeld und Viersen. Auf den Ackerflächen des Stautenhofs ist der Startschuss in die neue Saison gefallen. Das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Krefeld und Viersen erhielten vier Parzellen für Familien mit Kindern. Das Projekt „Ackerhelden machen Schule“ soll seit 2013 einen Beitrag für ein besseres Verständnis ökologischer Landwirtschaft leisten und den Teilnehmern das Rüstzeug geben, zukünftig sozial, ökologisch und gesundheitlich nachhaltige, gute Konsumentscheidungen treffen zu können.