Weil die Metro sich von Real trennen will, brodelt die Gerüchteküche

Höhenhöfe in Tönisvorst: Weil die Metro sich von Real trennen will, brodelt die Gerüchteküche

Weil die Metro AG sich von Real trennen will, gibt es um das Einzelhandels-Areal Höhenhöfe viele Gerüchte. Der Eigentümer will sich daran nicht beteiligen und ist vom Standort in Tönisvorst überzeugt.  

Die Ankündigung der Metro AG, ihre Supermarkt-Kette Real zu verkaufen, sorgt seit Monaten für Unruhe am Standort Tönisvorst – und für eine brodelnde Gerüchteküche auch unter den Kunden. Die derzeit spannendste Frage (Wer wird neuer Eigentümer?) ist nach wie vor offen. Die nächsten Wochen dürften zumindest diesbezüglich Klarheit bringen. Doch was ist eigentlich mit der „Immobilie Höhenhöfe“?

Der Hintergrund: Einige Grundstücke, unter anderem auch das des Real-Marktes, wurden im Jahr 2015 durch Universal-Investment als Investmentgesellschaft und GPEP als Asset Manager (also Vermögensverwalter) für einen Immobilienfonds erworben. Genauer gesagt: Käufer war formal Universal-Investment als Kapitalverwaltungsgesellschaft des Fonds.

Bei dem Areal geht es um eine Fläche von 23 Hektar

In der operativen Ebene wird sie dabei von der GPEP beraten. Die GmbH mit Sitz in Frankfurt und Limburg an der Lahn ist bundesweit tätig und spezialisiert auf die Verwaltung von gewerblich genutzten Immobilien. „In dieser Angelegenheit sind wir für unseren Kunden auf der Suche nach Gewerbetreibenden, die sich an den Höhenhöfen in Tönisvorst ansiedeln möchten“, so ein Sprecher. Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von etwa 23 Hektar.

Neben Real sind die Filialen von Deichmann, dm, Takko, Fressnapf, Intersport Vosswinkel sowie das Dänische Bettenlager Teil des Fachmarktzentrums. McDonald’s gehört nicht dazu: „Die Flächen des Schnellrestaurants, der Kfz-Werkstatt, der beiden Spielcasinos sowie des Solariums werden nicht durch uns betreut“, heißt es aus Hessen. Bekanntlich gibt es im Real-Markt weitere Läden, unter anderem einen Friseur und eine Filiale der Bäckerei Kamps. Aus „Gründen des Datenschutzes“ werden aber keine Auskünfte über die Mietverhältnisse gemacht.

Auf die Frage der WZ, was der Real-Verkauf für die Höhenhöfe bedeuten würde, antwortet Universal-Investment kurz und knapp: „Wir vermeiden es, uns an Spekulationen zu beteiligen und gehen davon aus, dass sich ein Verkauf der Real-Sparte nicht negativ auf den von uns betreuten Einzelhandelsstandort auswirken wird.“ Die Höhenhöfe seien „unserer Einschätzung nach ein etablierter Einzelhandels- und Gewerbestandort mit einer hohen Kundenfrequenz und einem vielversprechendes Zukunftspotenzial“. Man stehe in Kontakt zu „diversen Interessenten“, um weitere Gewerbebetriebe auf den aktuellen Brachflächen anzusiedeln.

„Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich die durch baurechtliche und öffentlich-rechtliche Vorgaben eingeschränkten Möglichkeiten zur Flächennutzung“, so der Sprecher. Das Areal liegt in einer sogenannten Wasserschutzzone IIIa. Diese soll, so das zuständige Landesamt LANUV, „den Schutz vor weitreichenden Beeinträchtigungen besonders durch nicht oder nur schwer abbaubare chemische oder radioaktive Verunreinigungen gewährleisten. So seien zum Beispiel Anlagen zum Lagern von Autowracks und Schrott verboten. „Ebenso gelten differenzierte Vorschriften für unbehandeltes oder behandeltes Niederschlagswasser.“

„In enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Tönisvorst, die uns bei der Suche nach geeigneten Gewerbetreibenden unterstützt, versuchen wir die noch vorhandenen Flächen bestmöglich einer wirtschaftlich sinnvollen Nutzung zuzuführen“, sagt Universal-Investment. Diese Nutzung könnte auch Arbeitsplätze für die Region schaffen.

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