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Was das Ende des Braunkohle-Abbaus Garzweiler für die Niers bedeutet

NEERSEN/SCHIEFBAHN : Wenn der Tagebau beendet wird, dann könnte die Niers versiegen

Das Quellgebiet der Niers liegt ursprünglich in Kuckum östlich von Erkelenz. Doch der Tagebau Garzweiler hat den Zufluss bereits in den 1960er Jahren unterbrochen. Die Quellen sind versiegt, die Niers wird am Oberlauf durch Sümpfungswasser aus dem Tagebau gespeist.

Ein Schild an der ursprünglichen Quellwiese weist darauf hin, dass einst etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr dort an die Oberfläche kamen und die Niers speisten.

Was aber passiert, fragt der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Optendrenk, wenn der Abbau der Braunkohle eingestellt wird? Wird RWE trotzdem weiterhin Wasser einspeisen? Im ehemaligen Tagebau sollen gigantische Seen entstehen. Was wird aus der Wasserzufuhr für Schwalm und Niers? Die Schilder an der Quelle, inzwischen auch schon dem Tagebau gewichen, verheißen nur sehr vage: Ab etwa 2080 wird die Niers südwestlich von Wanlo aus dem dann entstandenen Tagebau-Restsee
abfließen.

Wer bezahlt wasserwirtschaftlich notwendige Maßnahmen?

Die Kohlekommission empfiehlt einen Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038. Doch was passiert danach? Die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen kosten Geld. Wer bezahlt das? Schon im Januar haben die drei Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Viersen, Dietmar Brockes (FDP), Stefan Berger und Marcus Optendrenk (beide CDU), gemeinsam eine Initiative in Richtung Kreispolitik gestartet, mit dem Ziel, der Kreis solle sich stärker in den Strukturwandelprozess einbringen. Die Landespolitiker empfehlen eine Mitgliedschaft in der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Dem habe sich der Kreis angeschlossen. Bei der Zukunftsagentur geht es nicht bloß um Wasser, sondern auch um den Strukturwandel für Wirtschaft und Arbeitsplätze. Bisher ist der Kreis Viersen seit 1989 nur Mitglied im Braunkohleausschuss der Bezirksregierung Köln.

Eine andere regionale Zusammenarbeit betrifft die Stadt Mönchengladbach und den Kreis Viersen. Bisher hatte die Weiterführung der Regionahn-Strecke (S 28) in Mönchengladbach kein besonderes Interesse gefunden. Marcus Optendrenk berichtet aber von Gesprächen mit CDU-Vertretern aus Kreis und Stadt, die positive Ergebnisse erbracht hätten. Das Thema sei auf den Weg gebracht, Daten werden zusammengetragen. Mönchengladbach will am Flughafen neue Betriebe ansiedeln, und für diese Initiative wünsche sie sich eine bessere regionale Abstimmung bei der Ansiedlungspolitik in den Gewerbegebieten. Im Gespräch für eine interkommunale Kooperation sei Viersen-Mackenstein, aber auch Neersen und Schiefbahn seien denkbar. Gerne wird auch darauf hingewiesen, dass der Willicher CDU-Ratsherr Guido Görtz und sein Gladbacher Kollege Friedhelm Stevens, jetzt im VRR-Verwaltungsrat sitzen. hb