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Wanderung zu einem Denkmal aus Beton und zwei Bäumen

Wanderung zu einem Denkmal aus Beton und zwei Bäumen

Bei einer heimatkundlichen Wanderung geht es am Mittwoch unter anderem zum Hagelkreuz nach Kehn.

St. Tönis. Gemeinhin wird der Begriff der Heimatkunde mal schnell überstrapaziert. In diesem Fall trifft er es ganz exakt: Der Heimatbund St. Tönis lädt zu einer ganz besonderen Wanderung ein, die sich speziell mit der Geschichte des Ortes beschäftigt.

Start der Wanderung ist um 13.30 Uhr ab Wilhelmplatz. Von hier aus geht’s durch „die Jätzkes“ vom Kirchenfeld zur Laschenhütte. Hier wird Landwirt Hans Beudels über Kleinlaschen und Großlaschen — die beiden Höfe in der Gegend — erzählen.

„Von hier aus gehen wir am Glücks-Erb vorbei zum Hagelkreuz im Kehn“, sagt Rolf Schumacher, der die Wanderung führen wird. Er wird dabei über das denkmalgeschützte Ensemble berichten. „Das Hagelkreuz stammt aus dem Jahr 1765“, erklärt der Wanderführer. Gebaut worden ist das Kreuz von Martinus Lind.

Ein Mann mit dem in Tönisvorst geläufigen Namen Schumacher, Vorname: Gerhard, war es, der 1812 den Hof mit Ländereien kaufte. „Er hat auch die Bäume besorgt und im gleichen Jahr noch gepflanzt“, erläutert Rolf Schumacher.

Die Bäume haben eine besondere Herkunft: Sie stammen vom alten Krefelder Soldatenfriedhof in der Nähe der Kirche St. Dionysius, unmittelbar an die Königstraße grenzend. Zu der Zeit regierte Napoleon das Rheinland, seine Stadthalter wollten eine breite Straße von Krefeld bis zum Rhein nach Uerdingen bauen — heute heißt diese Rheinstraße.

Die Geschichte ist viel umfangreicher, mehr soll hier allerdings nicht verraten werden. Nur noch soviel: Um mittlerweile entstandene Astwucherungen hat sich auf Veranlassung des Heimatvereins Vorst der Bauhof gekümmert und das Ensemble gepflegt.

Weiter mit der Wanderung. Vom Hagelkreuz aus geht es zum Grundhof, der für St. Tönis von besonderer Bedeutung ist. Dieses Gehöft wurde urkundlich schon erwähnt, als vom Ort selbst noch keine Rede war. Von hier aus geht’s in den neuen Park zwischen Blaumeisenweg und Wasserturm. Über dessen Entstehung wird Birgit Lufen vom Umweltamt der Stadt den Mitwandernden erzählen.

Dann kann es kein Wunder sein, dass die Wanderer Durst haben. Weswegen die Gruppe in das Café am Wasserturm einkehren wird. Später geht’s über die Bahntrasse zurück zum Wilhelmplatz.