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Wählergemeinschaft „Für Willich“ ärgert sich über „Gutschein-Posse“

Förderung von Gastronomie und Einzelhandel : „Für Willich“ wirft CDU Ideenklau vor

Die Wählergemeinschaft „Für Willich“ ärgert sich über das Vorgehen der Stadtverwaltung und von Bürgermeister Christian Pakusch. Es gibt Streit um eine Förderung für Einzelhändler und Gastronomen.

Die Wählergemeinschaft „Für Willich“ ärgert sich über das Vorgehen der Stadtverwaltung und von Bürgermeister Christian Pakusch, was eine Förderung von Willicher Einzelhändlern und Gastronomen betrifft: „Ein gutes Beispiel dafür, wie man Anträge einer Partei ablehnt, aber gleichzeitig deren Inhalt mit großem ,Tamtam’ erfolgreich umsetzt, haben jetzt die Willicher Stadtverwaltung und die CDU mit einem Antrag von ,Für Willich’ demonstriert“, so die Wählergemeinschaft in einer Pressemitteilung.

Hintergrund: Die Stadt unterstützt für jeden eingelösten EFA-Gutschein den Verein „Wir retten unser Dorf“, indem die Stadt unabhängig von der Akzeptanzstelle zehn Prozent des Gutscheinwerts an den Verein spendet, der diesen Betrag dann zur Unterstützung Willicher Einzelhändler und Gastronomen verwendet. „Für Willich“ hatte erst kürzlich beantragt, dass die Stadt Handel und Gastronomie über den EFA-Gutschein unterstützt, war damit aber im Hauptausschuss gegen die Stimmen von CDU, SPD und FDP gescheitert.

„Schilda lässt grüßen“, sagt Detlef Nicola

„Solche Symbiosen zwischen CDU und Verwaltung waren zu erwarten. Aber dass der Bürgermeister Christian Pakusch da offensichtlich ebenfalls involviert ist, macht uns fast sprachlos. Schilda lässt grüßen“, so „Für Willich“-Vorsitzender Detlef Nicola. Dass der Verein „Wir retten unser Dorf“, in dem Pakusch Mitglied ist, „jetzt die zusätzlichen Gelder der Stadt verteilt“, habe ein „großes Geschmäckle“, so Nicola. Zudem sei der Verein bereits Anfang März über das Vorhaben der Verwaltung informiert gewesen. „Da lag unser Antrag bereits lange vor. Das muss der Bürgermeister gewusst haben, als unser Antrag am 10. März abgelehnt wurde“, so Nicola weiter.

„Ein irrer Aufwand, und das für zehn Prozent des Gutscheinwertes. Die Frage bleibt im Raum, welches politische Gremium dies beschlossen hat. Oder macht sich jetzt die Verwaltung über das Stadtmarketing selbständig?“, fragt Nicola. Mit dem Antrag von „Für Willich“ hätten die Kunden je Gutschein fünf Euro Rabatt, somit 20 Prozent des Gutscheinwertes von 25 Euro bekommen. „Das wäre ein großer Anreiz gewesen, bei Willicher Einzelhändlern einzukaufen und die Gastronomie zu besuchen. Und das ohne den Mehraufwand über den Verein, der sich hier vor den Karren der Verwaltung spannen lässt“, so
Nicola.

Bürgermeister Christian Pakusch sagte auf Nachfrage, dass es ihm leidtue, wenn in der Kommunikation etwas schiefgelaufen sei. Man könne sachlich über die Angelegenheit sprechen, er verwahre sich aber ausdrücklich gegen den mitschwingenden Vorwurf, er habe sich auch nur mittelbar bereichern wollen. „Das ist schmuddelig und schlechter Stil. Einzelhandel und Gastronomie gehen kaputt, und wir wollen helfen. Wer es erfunden hat, ist mir egal“, so Pakusch. Von „Für Willich“ erwarte er eine Entschuldigung, und er erwäge, die Vorwürfe gegen ihn juristisch prüfen zu lassen.