Wächter über pH-Wert und Technik

Die WZ hat Benedikt Schloßmacher bei seiner Arbeit in „De Bütt“ begleitet.

Willich. Wasser ist seit jeher sein Element. Schon als Neunjähriger trat Benedikt Schloßmacher in die DLRG Willich ein, ist seit Jahren auch der Geschäftsführer. In seiner Freizeit ist der Alt-Willicher auch auf Kreuzfahrtschiffen zu finden, so wie zuletzt im März mit seiner Freundin Melina auf der AIDAmar. Auch tagsüber geht es ohne das Wasser überhaupt nicht. Denn der heute 28-jährige Benedikt Schloßmacher ist im Freizeitbad „De Bütt“ neben Mike Steinbrecher, Marion Hinz-Hehner und Dirk Schröder einer der vier Meister für Bäderbetriebe.

Es ist ein normaler Arbeitstag und sechs Uhr morgens. Für den Willicher, der den Meistertitel seit 2012 hat und der sich in erster Linie um die Technik im Bad kümmert, beginnt draußen der erste Kontrollgang. Benedikt Schloßmacher hat vier farblich unterschiedliche Becher dabei, entnimmt aus den vier Außenbecken (Sport-, Erlebnis-, Aktions- und Planschbecken) Proben und untersucht wenig später, ob das freie und gebundene Chlor die erlaubten Werte nicht unter- oder überschreitet. Wenn doch, muss entweder Frischwasser zugeführt oder freies Chlor zugesetzt werden. An diesem Morgen sind die Werte auch die des pH-Gehalts in Ordnung.

Es scheint diesmal ein ruhiger Tag zu werden. „Vorgestern ist im Erlebnisbecken die Regeltechnik ausgefallen, aber das haben wir schnell regulieren können. Wir überprüfen darüber hinaus unter anderem ständig das Rohrsystem auf Undichtigkeiten oder ob es an den Ab- und Zuflüssen zu keinen Verstopfungen kommt“, sagt Benedikt Schloßmacher. Hilfreich sei natürlich, ergänzt er, der Computer und die vollautomatische Regeltechnik, die sofort Fehler, höhere Messwerte oder Unregelmäßigkeiten feststellt.

Nach den ersten Kontrollgängen schaut er sich die „Störungszettel“ an, auf denen die anderen Mitarbeiter und Fachangestellten ihre Beobachtungen vom Vortag notiert haben. Heute muss er noch einige Leuchtmittel auswechseln, einen Filter im Freibad durchspülen, einen kaputten Föhn und eine defekte Toilettenspülung reparieren.

Schloßmacher ist mitverantwortlich für den technischen Betrieb im gesamten Badbereich. Gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern hat er auch seit April damit zu tun, an jeder einzelnen Dusche drinnen wie draußen neue Drücker zu installieren. „Draußen haben wir alle 22 Duschen bereits umgerüstet, innen im Hallenbad etwa 20 und somit erst die Hälfte“, berichtet er in einer kurzen Frühstückspause.

Zwischendurch schaut Bad-Managerin Simone Küppers herein und berichtet, dass im gesamten Freizeitbad 34 Festangestellte, darunter viele in Teilzeit, beschäftigt seien. Hinzu kämen je nach Wetter und Betrieb bis zu zwanzig Aushilfen, außerdem DLRG-Mitglieder aus Willich und Anrath. Eine der Aushilfen war übrigens 2012 die spätere Freundin von Schloßmacher, Melina, die derzeit am Kaiserwerther Krankenhaus ihr Examen als Kinderkrankenpflegerin macht.

Sich um die Badegäste und um den reinen Kontrollbetrieb an den einzelnen Becken zu kümmern, dafür hat Benedikt Schloßmacher wenig Zeit, dies übernehmen in der Regel die Fachangestellten.

Wenig Zeit hat der 28-Jährige auch für Touren mit seinem silbernen Motorrad BMW R 1200 RT. Zumal er auch noch der DLRG-Ausbildungsleiter im Rhein-Kreis Neuss ist. Gerade wird der nächste Urlaub mit der Freundin geplant, diesmal wohl nicht auf einem Kreuzfahrtschiff: „Zwei Wochen Florida wären im November ganz schön.“