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VTR aus Tönisvorst erhält Landeszuschuss für Digitalisierung

Als erstes Unternehmen im Kreis Viersen : Tönisvorster Firma bekommt Hilfe für Digitalisierung

Dadurch kann das Unternehmen einen Hochschulabsolventen einstellen, um ein Projekt umzusetzen, und erhält dafür zwei Jahre lang Fördermittel.

(jk) Als erstes Unternehmen im Kreis Viersen hat die Firma Verbindungs-Techniken Rüther (VTR) aus Tönisvorst im Rahmen der Fördermaßnahme MID-Assistenten einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro erhalten. Das Kürzel „MID“ steht für das Programm „Mittelstand – Innovativ & Digital“, über das Firmen Zuschüsse für Digitalisierungsprojekte beantragen können.

Damit kann ein Unternehmen einen Hochschulabsolventen einstellen, um ein Digitalisierungs- oder Innovationsprojekt umzusetzen, und erhält dafür zwei Jahre lang Fördermittel. Die Finanzchefin von VTR, Gisela Rüther-Dahlhoff, freut sich: „Wir wollten unbedingt einen jungen Mann einstellen, der gerade sein Studium beendet hat und der unsere Ansprüche an technisches Know-how erfüllen konnte.“ Eduard Schwindt aus Krefeld, der an der Hochschule Niederrhein studierte, trat inzwischen seinen Dienst in dem mittelständischen Betrieb an.

Das Unternehmen VTR fertigt Befestigungslösungen, unter anderem für die Luft- und Raumfahrt, die Schifffahrt und den Rennsport. Die Produkte, die am Tackweg ausgedacht, aber andernorts produziert werden, stecken unter anderem in Airbus-Flugzeugen, in Euro-Fightern, Helikoptern, Lufttaxis sowie Rennwagen und Militärfahrzeugen.

Neben den selbst entwickelten Steck- und Seilsicherungen und sonstigen Verbindungen ist das Unternehmen aus der Apfelstadt auch mit Handelsvertretungen wie dem amerikanischen Produkt „Click Bond“ und als freier Händler am Markt tätig. „Kleben mit Köpfchen“ nennt Juniorchef Ingo Rüther die Arbeit mit Klebesystemen, die mit Fixierhilfen arbeiten und dabei mit Edelstahl statt Titan auch noch Gewicht einsparen, was für die Luftfahrt enorm wichtig ist.

Seniorchef Rainer Rüther, seit 1979 als Tüftler vor allem für die Luftfahrt tätig, hat sich längst einen Namen bei seinen internationalen Partnern gemacht. „Man kennt mich als Problemlöser“, sagt er selbstbewusst. In enger Abstimmung mit Kunden aus vielen Ländern der Welt werden Lösungsmöglichkeiten für diverse Verbindungen gesucht und gefunden, berichtet er. Das mache die Stärke des mittelständischen Unternehmens aus.

Dafür aber benötigt die Geschäftsführung hochqualifizierte Fachkräfte in technischen Berufen, die derzeit ohnehin nicht leicht zu bekommen sind. In ländlichen Regionen ist das noch weitaus schwieriger, weiß Armin Möller, der bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG) für die Fördermittelberatung zuständig ist. Er hat gemeinsam mit Markus Hergett, dem Wirtschaftsförderer der Apfelstadt, den Antrag des Unternehmens unterstützt. Hergett half auch bei der Ansiedlung: Am 1. August zog das Unternehmen von Steinheide zum Tackweg in das frühere Gebäude der Firma „Cord Strap“
um.

Programm Um kleine und mittlere Unternehmen abseits der großen Metropolen im ungleichen Kampf um qualifizierte Fachkräfte zu unterstützen, hat das Land Nordrhein-Westfalen das Programm „Mittelstand – Innovativ & Digital“ aufgelegt, aus dem Zuschüsse gewährt werden. Dabei hilft die WFG des Kreises Viersen, Kontakt: Armin Möller, Telefon 02162/8179106, oder E-Mail:

armin.moeller@wfg-kreis-viersen.de