Herrenhaus in Vorst : Haus Donk wird renoviert

Eigentümer Rod Hützen richtet die Räume des Herrenhauses in Vorst für eine Vermietung her, will es aber auch wieder privat nutzen.

Der Niederrhein hat ihn wieder gepackt. Für sich begeistert. Der viel- und weitgereiste Rückkehrer plant bereits Radtouren. Haus Donk-Besitzer Rod Hützen entdeckt seine „alte“ Heimat neu. Das liegt auch am wieder erlebbaren Charme seiner Immobilie. In der Ruhe und Abgeschiedenheit des Vorster Herrenhauses stecke viel Kraft, sagt Hützen.

Die entfaltet das Haus nach einigen vermieteten Jahren wieder neu. Mit Anschubhilfe des Wahlschweizers.

Der gebürtige Viersener Hützen hat Vorst als Wohnort vor 17 Jahren verlassen. Er hat mehrere Jahre in Spanien gewohnt. Heute lebt er mit seiner Frau im Schweizer Kanton Thurgau.

Hützen hielt Anfang der 1990er Jahre nach einer Immobilie Ausschau, „die ungewöhnlich ist, speziell, die Geschichte und Patina hat. Ein Haus, das knarrt.“

Haus Donk erfüllte Wunsch und Ansprüche. Nach einem zwei Jahre dauernden Umbau zog Hützen mit seiner Familie ein und bewohnte Haus Donk etwa zehn Jahre. Nach dem Umzug ins Ausland wurde Haus Donk für Hochzeiten und Events genutzt. „Wir hatten tolle Sachen hier“, erinnert sich Hützen. Die Abwicklung der Events wurde unter anderem von Spanien aus gesteuert.

Zwischenzeitlich Vermietung an früheren Borussen-Torwart

Schließlich aber entschied sich Hützen zu einer dauerhaften Vermietung des Objekts. Kasey Keller, der ehemalige Torwart-Profi von Borussia Mönchengladbach, zog ein und blieb einige Jahre. Nach seinem Wegzug „wollten wir Haus Donk veräußern“, sagt Hützen.

Er schloss 2009 einen Mietvertrag mit Kaufoption mit Valerie Räck. Sie und ihr damaliger Mann Thomas zogen ein, bauten Teile des Gebäudes zu einer Wellness-Adresse um, nutzten dazu das eingebaute Schwimmbad. Sie nannten Haus Donk fortan Ritterburg Räck und agierten als Hausherren in der Öffentlichkeit.

Die Kaufoption selbst sei allerdings nie genutzt worden. Einen grundbuchlich eingetragenen Eigentümerwechsel habe es für Haus Donk nicht gegeben, so Hützen.

„2016 wurde der Mietvertrag mit Frau Räck rückabgewickelt“, erklärt Hützen. Mit Thomas Räck habe er danach einen Mietvertrag abgeschlossen, „befristet auf ein Jahr“. Das Mietverhältnis ging Ende 2019 mit einer angeordneten und vollstreckten Zwangsräumung unrühmlich zu Ende.

Diese Umstände führten Hützen zurück nach Vorst. „Ich dachte eigentlich, ich sehe das Haus nie wieder.“ Zurzeit ist er dabei, es wieder in einen wohnlichen Zustand zu versetzen. Die Räume im Erdgeschoss und in den beiden Türmen bedürfen einer Renovierung und Säuberung. Wände werden gestrichen. Der Marmorfußboden muss abgeschliffen werden.

Der verwilderte Garten wird in einen gepflegten Zustand zurückversetzt.

Instandsetzungsarbeiten in Räumen unter dem Erdgeschoss

Deutlich mehr Instandsetzungsanstrengung steckt in den Räumen unter Erdgeschoss und gläsernem Entree.  Aus ehemaligen Behandlungsräumen werden nun Schlafzimmer.

Hützen richtet die Räume des Herrenhauses für eine Vermietung her. Ab Anfang 2021 wird das Haus für die neue Nutzung bereitstehen, so die Planung. Mit sechs Doppelschlafzimmern für bis zu zwölf Personen soll Haus Donk dann Raum für Erholung, kreative Inspiration, Brainstorming oder einfach nur entspanntes Wohnen bieten.

Eine Vermietung von 50 bis 60 Prozent ist geplant. Die übrige Zeit möchte Hützen Haus Donk privat nutzen können. Er wird es im Bauhausstil minimalistisch einrichten. Als Treffpunkt und Rückzugsort für die enge Familie, die in Mönchengladbach und Dortmund lebt. Denn überladene Zier benötigt das Gemäuer nicht. Es wirkt für sich allein. So wie die Landschaft, in das es gebettet ist.