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Vor zwei Jahren gelang der Vorster Journalistin Angela Krumpen, für die Menschen in Aleppo ein Zeichen für Frieden und Mitmenschlichkeit zu setzen.

Weihnachten : Hoffnung spenden für Aleppo

Die Initiative „Ein Lichtermeer für Aleppo“ schaffte es, Hunderte Menschen zu mobilisieren.

Lichter in der Finsternis – das war die Idee für die Aktion „Ein Lichtermeer für Aleppo“ im Herbst 2016. Die Vorster Radiojournalistin Angela Krumpen hatte damals in einer Zeitung gelesen, dass die syrische Armee Flugblätter über der umkämpften Stadt abgeworfen haben soll, mit der Botschaft an die Menschen in der Stadt: Die Welt hat euch vergessen. Damit wollte der syrische Staat erreichen, dass die Bürger nicht auf die sogenannten Rebellen hören sollten. Als die Vorsterin das las, hat sie der Trotz gepackt. Sie kannte zwei aus Syrien geflüchtete Geschwister, die Mutter und Schwester in Aleppo zurücklassen müssen. Stellvertretend für alle Menschen, die noch in Aleppo lebten, wollte man ein Zeichen geben, dass sie keineswegs vergessen worden seien.

Fahrt aufgenommen hat das „Lichtermeer für Aleppo“ auf der Friedenswallfahrt am 28. August 2016 nach Kevelaer. Dort erzählten drei Jugendliche von ihrer Flucht aus Aleppo. Mit dem Handy rief Krumpen als Moderatorin der Friedenswallfahrt die Mutter der Jugendlichen in Aleppo an, alle Besucher der Wallfahrt konnten mithören – auch die Maschinengewehr-Salven im Hintergrund. Plötzlich war der Krieg in Syrien greifbar, das Gebet um Frieden erhielt eine neue Ernsthaftigkeit.

Jeden Montag im Advent trafen sich Engagierte auf dem Kapellenplatz an der Kevelaer Friedenslichtstele, die aus Anlass der Interreligiösen Friedenswallfahrt 2015 von Rupert Neudeck eröffnet wurde, um für die Menschen in Aleppo und in Kriegsregionen der Welt zu beten. Ziel ist es, zu erreichen, was Neudeck wollte: Frieden.

Die Aktion fand
ein weltweites Echo

Bei „Ein Lichtermeer für Aleppo“ steckt die Idee dahinter, Menschen, die sich im Gebet verbinden, sichtbar werden zu lassen – vor allem für die Menschen in Aleppo. Wer mitmachen wollte, konnte ein Licht anzünden und ein Bild davon an das Domradio Köln schicken. Die Fotos wurden dann im Internet veröffentlicht. Die Aktion hat ein weltweites Echo gefunden, es kamen Bilder mit Kerzen aus Nepal, Indien, Afrika und Südamerika. So mancher ließ sich anstecken und lieferte eigene Beiträge dazu, wie etwa einen Videoclip, der in der Lanxess-Arena vor Tausenden Zuschauern gezeigt wurde. Auch die Mitarbeiter von Action Medeor schickten einen Lichtergruß von ihrer Weihnachtsfeier.

Die Lichter sollten Mut machen und Hoffnung geben – und das gelang auch. Die Mutter aus Aleppo war überwältigt. Sie schrieb nicht nur einen anrührenden Brief, sondern schickte auch einen Foto-Gruß aus Aleppo. In der Stadt, in der es damals keinen Strom gab, hatte sie ihren ganzen Vorrat an Kerzen, rund 30, für den Lichtergruß angezündet. Die Kerzenflamme als kleinste Form des Feuers ist hell und warm, sie wärmt auch unsere Sehnsucht nach Frieden. hb