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St. Tönis: Von seichtem Pop bis zu lautem Metal

St. Tönis : Von seichtem Pop bis zu lautem Metal

Weniger Besucher als erwartet kamen zur Rocknacht. Doch ihr Kommen bereuen mussten sie nicht.

St. Tönis. Rund 700 Jugendliche und junge Erwachsene sind begeistert: Sie erleben eine großartige St. Töniser Rocknacht und eine fantastische Party. Es gibt niemanden, der am Ende des Abends nicht auf seine Kosten gekommen ist. Wie in jedem Jahr bleibt kein Musikgeschmack unbedient und so trifft seichte Popmusik auf lauten Metal und kritischen Ska.

Schon von weitem kann man hören und sehen, dass am Schulzentrum etwas los ist. Der Parkplatz ist übersät mit großen und kleinen Gruppen Jugendlicher und durch Flutlicht taghell erleuchtet. Mitarbeiter des Ordnungsamtes passen auf, dass alles reibungslos abläuft.

Auf dem Gelände selbst ist ein Sicherheitsdienst aktiv, das Orga-Team kümmert sich um den Rest. Wenn eine Band überzieht, scheuen sich die Organisatoren nicht, die Musiker von der Bühne zu holen. Allerdings reicht den ganzen Abend über nur ein Blick zu einem der Bandmitglieder und diese wissen: Das Lied noch — und dann runter von der Bühne.

Das Publikum wandert den ganzen Abend zwischen Innen- und Außenbühne hin und her. Das tut der Feierlaune, die überall zu spüren ist, keinen Abbruch. Im Gegenteil: Es scheint die Zuschauer nur anzuspornen, den Bands einen klasse Abend zu bescheren.

Headliner der Innenbühne ist in diesem Jahr eine Band, die vor allem ältere Rocknachtbesucher noch kennen: „Trueside“ bringt das Forum zu später Stunde zum Kochen. Die Band ist ein wenig erstaunt, dass das Forum noch so richtig voll ist. „Als wir noch Stammgäste auf der Rocknacht waren, also so vor 100 Jahren, da war bei der letzten Band tote Hose“, erzählt Sänger Benjamin Wussow. Zwischenzeitlich werden die fünf Bandmitglieder von Gregor Halberstadt und Kevin Downey von der Band Bahooga unterstützt, was in gegenseitigem Verneigen endet. Die Ansage zum vorletzten Lied lautet kurz und einfach: „Ausrasten, ausrasten!“. Das lässt sich das Publikum nicht zweimal sagen.

Headliner der Außenbühne ist die Neusser Band „Betrayers of Babylon“. Mit ihrem kritisch-humorvollen Mix aus Reggae und Ska bringen die sechs jungen Männer alle Anwesenden zum Tanzen, Feiern, Nicken. Sänger Luks macht eine deutliche Ansage an „alle, die ihre Musik nutzen, um Hassbotschaften zu verbreiten: Wir kommen vorbei und kacken auf euer Soundsystem!“. Der Titelsong des aktuellen Albums „Herzlich Willkommen“ fehlt an diesem Abend auch nicht und passt wunderbar auch zu der Message auf den Eintrittsbändchen: Refugees Welcome — auch in diesem Jahr sind die Flüchtlinge, die in Tönisvorst leben, bei der Rocknacht gerne gesehen. Beendet wird diese durch einen DJ: In diesem Jahr legt DJ Shawn Tight im Forum auf, wodurch Anwohner nicht so sehr gestört werden können. Die hartgesottenen Ü18ern im Forum tanzen sich durch den Rest der Nacht. Währenddessen wird der Außenbereich bereits fleißig abgebaut.

Am Sonntagmorgen gibt es noch ein nachträgliches Geschenk: Da „haufenweise“ Brötchen übrig geblieben sind, werden über Facebook die Tönisvorster dazu eingeladen, zum Forum zu kommen und gegen eine „kleine Spende oder kostenfrei“ eben diese abzuholen.